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SPANIEN: Zwei Festnahmen nach Terroranschlag in Barcelona mit Lieferwagen

Nach einem Terroranschlag im Zentrum Barcelonas mit einem Lieferwagen sind zwei Personen festgenommen worden. Beim Anschlag in der Flaniermeile der katalanischen Hauptstadt starben 13 Personen.
Die Polizei riegelt den Tatort an der Flaniermeile Las Ramblas grossräumig ab.

Die Polizei riegelt den Tatort an der Flaniermeile Las Ramblas grossräumig ab.

Der Regierungschef von Katalonien, Carles Puigdemont, gab am Abend zwei Festnahmen bekannt. Er machte dazu keine weiteren Angaben. Er sagte lediglich, es sei weiter unklar, wie viele Angreifer beteiligt waren. Puigdemont sprach von 80 Verletzten, die in Spitälern behandelt würden.

Die katalanische Regierung hatte zuvor mitgeteilt, bei dem Anschlag von Ende Nachmittag seien 13 Personen getötet worden. Einzelheiten über die Opfer wurden nicht bekannt; einzig, dass ein Belgier unter den Toten ist. Die IS-Terrormiliz reklamierten laut ihrem Sprachrohr Amak den Terroranschlag für sich.

Gegen 17 Uhr war ein weisser Lieferwagen laut Augenzeugenberichten mit hoher Geschwindigkeit auf die Flaniermeile Las Ramblas gefahren. In der Mitte dieser Strasse ist ein breiter Bereich für Fussgänger. Auf diesem raste der Transporter den Berichten zufolge im Zickzack in die Menschengruppen hinein.

Über 500 Meter weit gefahren

Nach Angaben der Zeitung "El Periódico de Catalunya" legt der Fahrer auf den Las Ramblas gut 550 Meter zurück. Am Pla de l'Os, wo ein grosses Bodenmosaik von Joan Miró liegt, blieb der Van stehen. Von hier flüchtete der Fahrer zu Fuss.

Später hiess es aus Medienberichten, er habe sich bewaffnet in einem Restaurant nahe des Tatorts verschanzt. Am Abend gab dann die Polizei bekannt, sie habe einen Verdächtigen festgenommen.

Bei dem weissen Lieferwagen, der für das Attentat benutzt wurde, soll es sich nach Medienberichten um ein gemietetes Fahrzeug gehandelt haben. Ein zweiter Lieferwagen, mit dem die Täterschaft womöglich hätte fliehen wollen, sei nahe von Barcelona gefunden worden, schrieben die katalanischen Zeitungen "La Vanguardia" und "El Periódico de Catalunya" unter Berufung auf die Polizei.

Leuthard verurteilt «feigen Terrorakt»

Bundespräsidentin Doris Leuthard per Twitter den "feigen Terrorakt" aufs Schärfste. Von Hass und Fanatismus getriebene Gewalt verurteile die Schweiz immer und jederzeit. Ihre Gedanken seien bei den Opfern des Anschlags und deren Angehörigen, hiess es in Leuthards Tweet weiter.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg reagierte bestürzt auf den Terroranschlag in Barcelona. "Ich verurteile den furchtbaren Angriff in Barcelona. Meine Gedanken sind bei allen Betroffenen. Wir stehen vereint im Kampf gegen den Terrorismus", erklärte Stoltenberg am Donnerstagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter.

EU-Ratspräsident Donald Tusk schrieb: "Ganz Europa steht an der Seite Barcelonas. Auch EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani sprach den Behörden die volle Unterstützung zu. US-Präsident Donald Trump verurteilt ebenfalls den Anschlag und sagte Spanien jede Hilfe zu, die notwendig sei.

In Berlin, Nizza, Stockholm und London sind in den vergangenen Monaten Attentate mit Lastwagen oder Kleintransportern verübt worden. In Madrid hatten islamistische Terroristen im März 2004 Sprengsätze in Nahverkehrszügen gezündet. Dabei wurden 191 Menschen getötet, mehr als 1800 wurden verletzt.

Spaniens frühere Terrorwellen

Spanien wurde bislang von extremistischer Gewalt weitgehend verschont, wie sie jüngst in Frankreich, Belgien, Grossbritannien und Deutschland verübt wurde. Allerdings gab es 2004 in Madrid den europaweit bislang folgenschwersten Terroranschlag. Im März 2004 wurden 191 Menschen getötet, als in Pendlerzügen in der spanischen Hauptstadt Bomben explodierten. Zu der Tat bekannten sich Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida.

Spanien ist das drittgrösste Touristenziel weltweit. Die spanischen Behörden halten sich hinsichtlich der Bedrohung durch den Terrorismus weitgehend bedeckt. Die Terrorwarnstufe wurde 2015 allerdings auf Stufe vier von fünf erhöht.

Überdies geben die Behörden regelmässig Festnahmen mutmasslicher Dschihadisten bekannt. Laut spanischem Innenministerium wurden seit Juni 2015 mehr als 180 "dschihadistische Terroristen" festgenommen.

Spanien wird von Dschihadisten jüngst zunehmend als mögliches Ziel genannt. Auf extremistischen Websites werden historische Gründe dafür angeführt. Sie verweisen auf die frühere muslimische Herrschaft über weite Teile des heutigen Spaniens.

sda

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