SPANIEN: Zwei Schweizer in Nordspanien verunglückt

Ein Paar galt seit einer Woche als vermisst. Nun haben Wanderer die Leichen in dem Bergmassiv Picos de Europa entdeckt. Die Polizei hatte die Suche bereits eingestellt. Spanischen Medien zufolge soll es sich um Luzerner handeln.

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Die Picos de Europe – hier der Ausblick vom Pico Tesorero nach Norden – sind ein zerklüftetes Gebirge in Nordspanien und zu weiten Teilen ein Nationalpark. (Bild: Wikipedia.org/Cactus26)

Die Picos de Europe – hier der Ausblick vom Pico Tesorero nach Norden – sind ein zerklüftetes Gebirge in Nordspanien und zu weiten Teilen ein Nationalpark. (Bild: Wikipedia.org/Cactus26)

Am frühen Mittwochnachmittag haben Wanderer in Nordspanien die Leiche einer Frau entdeckt, die aller Wahrscheinlichkeit nach eine Schweizer Touristin ist. Wenige Stunden später wurde auch ein Mann tot geborgen, vermutlich ihr Partner. Das Paar galt seit dem 31. Mai als vermisst.

Laut spanischen Medienberichten handelt es sich um zwei Luzerner. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hatte Kenntnis von der Suche nach den beiden Touristen. Das EDA konnte auf Anfrage aber nicht bestätigen, dass es sich bei den verunglückten Wanderern um die zwei Vermissten handle. Diese waren zuletzt im Bergmassiv Picos de Europa an der Bergstation einer Seilbahn gesehen worden. Eine Überwachungskamera hatte sie dort gefilmt. Auf dem Film ist zu erkennen, dass sie nur leichte Wanderkleidung und kleine Rucksäcke trugen. Danach verlor sich jede Spur.

Wie jetzt klar wurde, hatten sich die beiden von der Seilbahn auf den steilen und zerklüfteten Berg Torre de Altaiz gewagt, der rund 2300 Meter hoch ist und von Höhlen durchsetzt ist. Früher war dort in Minen Kohle abgebaut worden.

Erst nach Tagen vermisst

Das Verschwinden der Touristen wurde erst am vergangenen Freitag bemerkt, als sie nicht zum Check-Out in ihrer Ferienwohnung erschienen waren. Eine Angestellte öffnete daraufhin das Apartment, in dem noch alle Habseligkeiten waren. Nach Angaben der Vermieter hatte das Paar den Aufenthalt im Voraus bezahlt. Eine gross angelegte Suchaktion war erst Anfang dieser Woche gestartet worden, da während des Wochenendes Regen und Nebel eine Suche unmöglich machten.

Am Montag und am Dienstag zogen dann rund zwanzig Männer und Frauen zu Fu ss durch die Gegend. Auch Zwei Hubschrauber überflogen das Gebiet. Die Polizei hatte die Suche bereits aufgegeben, denn, so der Einsatzleiter zur Regionalzeitung «Diario Montañés»:«Die Wahrscheinlichkeit, sie nach sieben Tagen lebend zu finden, ist nur noch sehr gering.» Damit sollte der Polizist nun recht behalten. Die Picos de Europa sind eine spektakuläre, gebirgige Karstlandschaft, die sich zwischen den nordspanischen Regionen Kantabrien, Kastilien-Leon und Asturien auf bis zu 2600 Meter Höhe.

Brigitte Kramer