Spionierende Meisen

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Vögel, die sich einen Vorrat an Kernen und Nüssen anlegen, sollten sich dabei nicht von Kohlmeisen beobachten lassen. Denn die haben ein ausgezeichnetes Gedächtnis für fremde Schatzkammern.

Zu diesem Ergebnis kommen Anders Brodin und Utku Urhan von der Universität Lund (Schweden) nach einem wissenschaftlichen Eignungstest für geflügelte Spione. Darin konnten Kohlmeisen von einem Käfig aus beobachten, wie Sumpfmeisen Sonnenblumenkerne versteckten. Anschliessend durften die Kohlmeisen entweder schon nach einer oder erst nach 24 Stunden auf Plünderzug gehen.

Aus Sicht der gefiederten Diebe machte das kaum einen Unterschied: Nach einem Tag fanden sie die Vorratslager fast genauso erfolgreich wie nach einer Stunde. Noch erstaunlicher ist die Tatsache, dass die geflügelten Beobachter ein so gutes Gedächtnis für Verstecke haben. Sie selbst legen nämlich gar keine an. (kv.)