SPORT-GOLFTROPHY: Auch Ogi ist ein Hole-in-one-Crack

Wie gut oder wie schlecht spielt die Prominenz Golf? An der Sport-Golftrophy in Bad Ragaz wurde diese Frage beantwortet.

Drucken
Teilen
Adolf Ogi mit Golfausrüstung. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Adolf Ogi mit Golfausrüstung. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Alt Bundesrat Adolf Ogi verriet am Freitag an der Sport-Golftrophy von Swiss Olympic in Bad Ragaz: «Ja, ich habe ein Hole-in-One in meiner Sammlung!»

Der alt Bundesrat und frühere UNO-Sonderberater für Sport, Frieden und Entwicklung sass also schon mal im Golf-Olymp. Dort nimmt man nämlich Platz, wenn man mit einem Schlag direkt ins Loch trifft, also ein Hole-in-One erzielt – und anschliessend die anwesenden Golferinnen und Golfer zu einem Apéro einladen darf. «Das war genau vor zwei Jahren im solothurnischen Golfclub Wylihof in Aetingen», erinnerte sich Ogi. «Es war tatsächlich ein gewaltiges, unvergessliches Glückserlebnis!» Auf dieses Glück wartet Unternehmer Hans Leutenegger immer noch: Bob-Olympiasieg (1972 in Sapporo, als es hiess «Ogis Leute siegen heute»), eigenes Bau-Imperium, Millionen, Kinder, Schauspielerei und dieses Jahr noch eine Biografie die zum Bestseller wurde – alles hat «Hausi» schon erreicht. «Nur etwas will ich in meinem Leben noch», sinnierte der bald 70-Jährige in Bad Ragaz. «Ein Hole-in-One beim Golfen!»

Walter Treschs Suche nach Beweisen
Davon könne er «vermutlich noch ewig» träumen, schmunzelte Swiss-Tennis-Präsident und Federer-Intimus René Stammbach. «Denn ich spiele zwar sehr gerne Golf – aber leider auch sehr schlecht?» Dem ehemaligen Urner Skistar Walter Tresch gelang das Kunststück mal auf dem Golfplatz in Realp. «Nur war ich leider ganz alleine unterwegs», erzählte der «Völkl»-Manager. «Also ging ich schnell, schnell ins Klubhaus, erzählte davon und wurde promt nach dem Beweis gefragt. Ich konnte lediglich sagen, dass der Ball noch im Loch liegt?» Nun, Golfen ist manchmal halt eben auch Vertrauenssache. Vier andere Zentralschweizer, alle aus Zug, arbeiten auch nach der Sport-Trophy weiterhin am Vertrauen, einmal mit einem Schlag einzulochen: SVP-Nationalrat Marcel Scherer, Ennetsee-Klubpräsident Bruno In-Albon, Ex-Eishockey-Verbandspräsident Fredy Egli sowie «Volkl»-Präsident Gregor Furrer.

Elisabeth Marazzis Traumschlag im Wallis
Just bei Furrers Bruder, dem Walliser Hotelier und Skiakrobat Art Furrer, wurde indes das letzte Woche das jüngste Schweizer Promi-Hole-in-One erzielt: Auf der Riederalp nämlich krönte Elisabeth Marazzi am Loch Nummer 2 mit dem Traumschlag ihre bisherige Golfkarriere. «Wird langsam Zeit, dass mir das auch mal gelingt», schmunzelte ihr Ehemann Bruno Marazzi in Bad Ragaz. Auch er einer, der schon so viel erreicht hat – unter anderem den Bau der Fussball-Tempel in Basel (St. Jakobpark) und Bern (Stade de Suisse) und den Segel-WM-Titel in der 5,5-Meter-Jachtklasse. «Hole-in-Ones am Meter» sozusagen kann Turnierveranstalter Guido Mätzler vorweisen, nämlich 5 Stück! Kein Wunder ist seine 21-jährige Tochter Melanie mit Handicap 0,6 und dem Schweizer Matchplay-Titel praktisch schon Profigolferin.

35 000 Franken für den Sport
Dank «Intrum Justita», «Sport Toto» und dem Grand Hotel Bad Ragaz spielte die Prominenz in Bad Ragaz übrigens rund 35'000 Franken für Swiss Olympic und andere Sportinstitutionen ein. Ehrensache deshalb, dass Swiss-Olympic-Präsident Jürg Schild ebenfalls ein Hole-in-One aufweisen kann. «Das war allerdings der absolute Glücksschlag», schmunzelte der ehemalige Basler Regierungsrat neben «seinem» neuen Olympia-Teamchef Gian Gilli (OK-Chef Eishockey-WM 2009 und Ski-WM 2003). «Der Ball schlug in einem steilen Hügel ein, rollte mit ziemlicher Geschwindigkeit runter, hüpfte elegant über eine kleine Mauer und landete schliesslich direkt im Loch.»

Ferdy Küblers Bescheidenheit
Das Beste müsse «immer am Schluss» kommen, meinte «Phonak»-Präsident Andy Rihs– und knallte seinen ersten Ball schräg direkt an einen Baumstamm. «Aber ich warte lieber mit meinem Hole-in-One zum Karriereschluss. Denn ich spiele zu gerne Golf.» Auch Benno Oertig, wie Bruno Marazzi leidenschaftlicher YB-Fussballfan, haderte etwas mit seinem Golf-Schicksal. «Falls ich mein 'Hole-in-One' mal nicht mit einem meiner YB-Golfbälle erzielen sollte, werde ich es glatt als ungültig erklären», lachte der «Intrum Justitia»-Chef. Bei soviel Einloch-Euphorie blieb Ferdy Kübler ganz bescheiden: «Mit 90 brauche ich kein 'Hole-in-One' mehr», sagte die Radlegende. «Mir genügt der persönliche Put-Rekord mit fünf zählenden Endschlägen Ende Juli an meinem runden Geburtstag vollauf.» Schön, dass unser «Ferdy National» ganz genau so ist?

André Häfliger