SPORTLER-ANKUNFT: Nicht einmal Wawrinka wusste, wo Federer ist

Die Schweizer Olympiafamilie wird immer grösser: Jetzt sind auch die Zentralschweizer Medaillenhoffnungen Viktor Röthlin und Bruno Risi in Peking eingetroffen. Nur von unserem Fahnenträger fehlte vorerst jede Spur...

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Gut angekommen: Viktor Röthlin mit seinem Trainigspartner Daniel Broderet sowie Coach Thomas Buichs und Siebenkämpferin Linda Züblin (von links) am Flughafen von Peking. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Gut angekommen: Viktor Röthlin mit seinem Trainigspartner Daniel Broderet sowie Coach Thomas Buichs und Siebenkämpferin Linda Züblin (von links) am Flughafen von Peking. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Sie kamen am Dienstag im Swiss-Direktflug aus Zürich, der bereits nach 9 Stunden und 40 Minuten in China landete. «Ich habe kein Auge zugetan im Flugzeug», erzählte Röthlin, der mit seinem Trainingspartner Daniel Brodard anreiste. «Trotzdem fühle ich mich sehr gut. Ich werde einzig meinen gewohnten Mittagsschlaf etwas verlängern.» Mit ihren Sportgeräten am meisten Gepäck hatten natürlich die beiden Radstars Bruno Risi und Franco Marvulli mitzuschleppen. «Und das zusammen mit einem älteren Herr, der allerdings sehr jung geblieben ist», witzelte Marvulli, der zum dritten Mal an Olympia startet. «Frechdachs, pass auf was du sagst», grinste Risi, der zum fünften Mal dabei ist und am 6. September seinen 40. Geburtstag feiert.

Federer flog inkognito
Auch das Schweizer Tennisteam flog im Swiss-Airbus – ausser Roger Federer. «Keine Ahnung, wo er steckt», erklärte Stanislas Wawrinka. «Ich suche ihn auch, denn ich weiss nicht einmal, ob ich hier mit ihm noch fürs Doppel trainieren kann.» Fahnenträger Federer, der am Freitag seinen 27. Geburtstag feiert, wohnt hier im Fünfsternhotel, weil er 2004 im Athen-Dorf «nie zu seiner Ruhe» kam. Und nicht im Olympischen Dorf wie seine Teammitglieder Stanislas Wawrinka, Emmanuelle Gagliardi, Timea Bacsinszky und Patty Schnyder. Ihr Ehemann Rainer Hofmann begleitet sie. «Wir waren nach Cincinnati nur zwei kurze Tage zu Hause, um dann wieder einmal in ein Flugzeug zu steigen», schmunzelte Patty. Aber sie verriet es mit einem sympathischen Lächeln: «Wir freuen uns sehr, dass wir hier sind.»

Im Olympischen Dorf, das für die Medien nicht zugelassen ist, klärte sich kurz nach der Ankunft alles. Federer kam frühmorgens eigens dahin, um das Tennis-Team zu begrüssen. Eine nette Geste der Noch-Weltnummer 1 (bis 18. August). Am Nachmittag trainierte er dann auch mit Wawrinka. Federer war am Montaganacht ganz spät und inkognito mit dem Privatjet in Peking eingeflogen.

60 TV-Leute angereist
Die Freude ist besonders auch bei Lea Schwer und Simone Kuhn gross: Die beiden Beachvolleyballerinnen wurden erst in letzter Sekunde nach einem Österreich-Verzicht noch nachnominiert. «Das Glück ist offenbar auf unserer Seite», lächelte Kuhn ganz zuversichtlich. Davon Zeugen auch die Tatoos auf dem Bauch von Siebenkämpferin Linda Züblin: «Diese Zeichen beduten Familie, Gesundheit, Glück, Liebe und Qi, was Kraft und Stärke bedeutet», erzählte die Thurgauerin. SRG-Generaldirektor Armin Walpen führte schliesslich die rund 60-köpfige TV-Crew an, die ebenfalls am Dienstag eintraf. Unter ihnen das Sportmodertoren-Duo SteffiBuchli und Michael Sokoll sowie «Tagesschau»-Mann Andri Franziskus.

Rogge bei Hayek
Eine grosse Ehre gab es für Uhrenkönig Nick Hayek junior: IOC-Präsident Jacques Rogge erwies dem Swatch-Konzernchef bei der Eröffnung des 2500 Quadratmeter grossen Peking-Pavillons von Omega, dem offiziellen Zeitmesser, die Ehre. «Unsere Schweizer Uhren ticken schon seit 1932 goldrichtig für Olympia», sagte Rogge. «Darum sind wir immer so pünktlich, Herr Präsident», scherzten daneben die Omega-Botschafter und Ex-Schwimmstars Ian Thorpe und Alexander Popov.

André Häfliger, Peking