SPORTPOLITIK: VBS: Ernst Strähl geht in Pension

Eine bekannte Persönlichkeit tritt ab: Ernst Strähl, Sportreferent von Bundesrat Samuel Schmid, ist letzten Freitag in Pension gegangen.

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Ernst Strähl verabschiedet sich aus dem Berufsleben. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Ernst Strähl verabschiedet sich aus dem Berufsleben. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

«Wer die Gegenwart nicht geniesst, hat in Zukunft keine schöne Vergangenheit.» Das ist das Lebensmotto des bald 64-jährigen Thurgauers, der seit langem als einer der wichtigsten Bindeglieder zwischen Sport und Politik in unserem Land gilt. Seit 1998 ist Strähl, verheiratet mit Esther und Vater von Mark und Carol, Berater in Sachen Sport beim VBS-Departementchef. Zuerst bei Adolf Ogi, dann bei Samuel Schmid. Beide loben den früheren Spitzenleichtathleten (Zehn- und Mehrkampf, u.a. auch für den ETV Luzern).

Lob von Schmid und Ogi
«Ernst Strähl hat mir die vielfältige Sportwelt nähergebracht und er hat im Verlauf seines Berufslebens viel für den Schweizer Spitzen- und Breitensport getan», erklärt Schmid. Auch sein Vorgänger Ogi sagt: «Strähl war stets ein zuverlässiger, loyaler Schaffer. Einer mit einem enormen Netzwerk in der grossen, weiten Sportwelt.» Kein Wunder: Allein an Olympia war Strähl in seiner erfolgreichen Laufbahn neun Mal dabei. Strähls Nachfolge tritt der bereits im VBS Rudolf Zesiger an.

Zuerst Primarlehrer im Thurgau
Begonnen hat Ernst Strähl seine vielschichtige Karriere als Primarschullehrer im Kanton Thurgau. Bereits vor 41 Jahren aber zog es ihn dann auch beruflich in die Sportwelt: An der Uni Basel liess er sich als eidgenössischer Turn- und Sportlehrer ausbilden und war als solcher viele Jahre an der bekanntesten Sportschule der Schweiz, in Magglingen tätig, holte sich dort mehrere Trainerdiplome und wurde auch Chefsportlehrer. 1973 bis 1979 war Strähl im Nebenamt Nationaltrainer des Schweizerischen Leichtathletik-Verbandes.

Wichtige Arbeit im Hintergrund
Immer wieder liess sich Strähl weiterbilden, unter anderem an der Uni in Köln. An Verbänden und Hochschulen war er immer ein gern gesehener Gastreferent. Im Nationalen Komitee für Elite-Sport (NKES) war er zudem mehrere Jahre auch in leitender Position tätig. Er war auch Mitglied der Kernprojektgruppe zur Erarbeitung des«Konzeptes des Bundesrates» für eine «Sportpolitik in der Schweiz» (1999 bis 2000) und als Mitglied des «Steuerungsausschusses öffentliche Hand» für Fussball-Europameisterschaft «Euro08» (2008).

Die Anerkennung der Sportstars
Sportstars aus Nah und Fern finden für Strähl nur anerkennende Worte. «Ernst hat mir immer grossen Eindruck gemacht», sagt etwa Kunstturn-Olympiasieger Donghua Li. «Er hat ein grosses Fachwissen, ist immer ruhig und besonnen. Zudem schätze ich ihn als sehr umgänglichen und auch sehr humorvollen Menschen.» Sogar der in Amerika lebende Ruder-Olympiasieger Xeno Müller, der früher auch als «Verbands- und Offiziellen-Schreck» galt, attestiert: «Ernst Strähl hat einem immer geduldig zugehört. Mit ihm konnte man über alles normal und vernünftig reden.»

André Häfliger