STADTLAUF: Prominente, bitte antreten zum Lauftest!

Sonnenschein, über 20 Grad und lauter fröhliche, sportliche Läuferinnen und Läufer. Von dieser tollen Stimmung liessen sich gestern auch die vielen prominenten Gäste am 32. Luzerner Stadtlauf anstecken.

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Urs W. Studer mit Heidi und Cindi Rothen am Stadtlauf. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Urs W. Studer mit Heidi und Cindi Rothen am Stadtlauf. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Stolz erinnerten sie sich im ehrenwerten Rathaus auch an die ganz persönlichen Lauf-Meilensteine ihres Lebens. «Ich mag es, ganz kurze Strecken ganz schnell zu rennen», strahlte Cindi Rothen. Die Adoptivtochter von Heidi Rothen, 32 Jahre lang Rathaus-Chefin, feiert am 8. Mai ihren 10. Geburtstag.

«Mit den Kilometern, die ich in diesem schönen Haus hier auf und ab gelaufen bin, käme ich bestimmt mindestens zweimal um die Welt», schmunzelte Heidi Rothen neben Luzerns Stadtpräsident Urs W. Studer.

Sprinter Studer
Auch Studer ist mehr ein Sprinter denn ein Langläufer. «Schon in der Schule lief ich gerne, schnell und oft – aber am liebsten nie mehr als 400 Meter weit», erinnerte sich Studer, der gestern im Solidaritätslauf die Startnummer 348 trug.

Luzerns Regierungsrat und Ex-Zehnkämpfer Markus Dürr aber rennt heute noch «jede Woche mit Freude und Elan zehn Kilometer» weit. Emmens Gemeindepräsident Thomas Willi bezeichnet sich als «unregelmässiger Hobby-Jogger». Seine weiteste Distanz: «Der 50-Kilometer-Nachtlauf als Infanterist-Unteroffizier.»

Brigadiers laufen länger

Wer Brigadier werden will, muss mehr laufen: Beat Fischer, der Chefsanierer der Luzerner Museggtürme, lief schon «in jungen Jahren» die wohl härtesten 42,195-Kilometer der Welt, den Napf-Marathon.

«Bei den grossen Höhendifferenzen brauchte ich rund vier Stunden», erinnerte sich der ehemalige Berufsoffizier. Die 100 Kilometer des Biel-Laufes waren dann «nur so Training für den 100-Kilometer-Marsch in der Offiziersschule.» Die «16 Märsche und den 100er vom Bodensee mit 'bösen' Schlaufen bis nach Bülach» vergisst auch der ehemalige Oberstleutnant der Übermittlungstruppen, John Lay-CEO Erich Fust, nie.

Die schönsten Kilometer erlebt Doris Russi immer im Winter. «Das sind jeweils 45 herrliche Langlauf-Kilometer im Goms», erzählte die Verwaltungsrätin der LZ Medien, die in Andermatt sozusagen auf Skiern aufgewachsen ist.

Kamber wird Bademeister

Am «fleissigsten und liebsten» läuft der Luzerner Nationalrat Hans Widmer auf den Vita-Parcours: «Und zwar von ganz anfang an, als es diese gab.» Mit gutem Sportbeispiel voran gingen Urs Fankhauser und Hans Peter Lüthi: Wie es sich gehört, absolvierten die ehemaligen Spitzenruderer vor dem Stadtlauf 20, respektive 14 Kilometer auf dem Wasser.

Das ist auch das neue Element von Urs Kamber: Der ehemalige Verkehrsdirektor von Luzern wird Bade- und Eismeister in Dübendorf ZH. Neben dieser neuen 30 bis 40-Prozentstelle ist der Eliteläufer in verschiedenen Mandaten als Berater tätig. Vorbildlich auch Niklaus Bleiker: Der Obwaldner Landammann lief gestern mit seinem Enkelkind mit. Olympia-Kleider-Ausrüster Oliver Fuchs, der letztes Jahr den Luzerner Halbmarathon in rund zwei Stunden lief, pausierte diesmal: «Der 100er in der Offiziersschule steckt mir eben auch noch in den Knochen», lachte der Nidwaldner.

55 Jahre Männerriege

Während OK-Chef Erwin Bachmann stolz auf 55 Jahre als Mitglied der Männerriege des Emmer Turnverein Mauritius zurückblickt, ist Mövenpick-CEO Guido Egli«immer noch stolz» auf fünf «mächtig schnelle» Laufkilometer vor 12 Jahren im Raum Disentis. Seine Ehefrau Katrina läuft wie Emmens Gemeinderätin Susanne Truttmann«am allerleibesten» im kühlen Wald. Autohändler Jürg Koch, wie Guido Egli auch ein passionierter Golfer, brachte seine längste Laufdistanz als Schüler hinter sich: «Das war fünf mal um die Tatarbahn auf der Luzerner Allmend.» Nicht ganz im ernst aber witzig beantwortete Ringier-Manager Bruno Blaser die Frage: «Das war von zu Hause an den Bahnhof, als ich mal spät dran war», schmunzelte der ehemalige Stadtlauf-Veranstalter.

André Häfliger