STARBOOT-DIPLOM: Flavio und Enrico: Zuerst schuften, dann feiern

Die Boote mussten in Quindao noch verpackt werden – deshalb feiern Flavio Marazzi und Enrico de Maria ihren 5. Diplomrang in Peking erst am Samstag.

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Mit 60 noch topfit: Balljongleur-Weltrekordler Paul Sahli wärmt sich zu seinem allerletzten Auftritt auf. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Mit 60 noch topfit: Balljongleur-Weltrekordler Paul Sahli wärmt sich zu seinem allerletzten Auftritt auf. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Bruno Marazzi und seine Ehefrau Elisabeth aber waren schon am Freitag zurück in Peking und konnten im Schweizer Haus trotzdem auf das Weltklasse-Resultat anstossen. «Dass es nach dem 4. Rang in Athen wieder ganz knapp nicht zu einer Medaille gereicht hat, war auch einfach Pech», erklärte Marazzi, der die Fussball-Tempel St. Jakobspark in Basel und Stade de Suisse in Bern erbaut hat. «Wir sind trotzdem sehr stolz auf sie. Immerhin haben sie wiederum ganz vorne an der Weltspitze mitgesegelt, vorne und hinter ihnen rangieren gleich sieben Weltmeister, die Spitze ist unglaublich eng geworden im Starboot», erklärte Marazzi, der früher in der gleichen Bootsklasse regattierte und mit Flavio und seinem zweiten Sohn Renato 2002 Weltmeister in der 5,5-Meter-Jachtklasse wurde.

Bleibt das Starboot-Duo zusammen?

In anderer Besetzung ist Flavio in der gleichen Klasse bisher bereits dreimal Weltmeister geworden – ein Multitalent eben, ein ganz eingefleischter Segler. In Quindao hat es für den Starkwind-Crack wieder nicht zu Medaille gereicht, nicht zuletzt wegen den schwachen, drehenden Winden in den ersten Läufen. Bleiben Marazzi und sein Vorschoter, America's Cup-Sieger Enrico De Maria, zusammen im Boot? «Mal sehen, was kommt. Um das zu beantworten, ist es jetzt ein wenig früh», erklärte Marazzi.

Sahli beendet Karriere

Einen eindrücklichen Abschied gab am Freitag im Schweizer Olympiahaus Paul Sahli: Der 60-jährige Aargauer Balljongleur, der mehrere Weltrekorde hält und auch im Guinnes-Buch der Weltrekorde eingetragen ist, beendete nach 27 Jahren seine Karriere. Zur allerletzten Vorstellung spielte die Luzerner «Marching Presidents»-Band auf und Donghua Li kam mit einer befreundeten Pekinger Familie, um ihr seinen Freund Sahli vorzustellen. Donghua, der Kunstturn-Olympiasieger von 1996 hetzt hier bis zum Schluss von einem Termin zum andern. «Ohne mein Luzerner Elektro-Dreirad, dem E-Bikeboard, wäre ich hier völlig aufgeschmissen gewesen», lachte der Kunstturn-Olympiasieger, der gestern auch an den Präsentationen des Wolhuser Klebstoff-Riesen Geistlich Pharma AG Pate stand.

André Häfliger, Peking