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Starker Mann mit Schwäche

Aus Muskeln hat er eine Kinokarriere gebaut. Dann wurde Arnold Schwarzenegger zum «Gouvernator» und beging einen Fehltritt. Morgen wird er 70.
Arnold Schwarzenegger (69). (Bild: EPA/IAN LANGSDON)

Arnold Schwarzenegger (69). (Bild: EPA/IAN LANGSDON)

56 Zentimeter Umfang am Bizeps, 145 an der Brust (bei 86 an der Taille), 72 am Oberschenkel. So lauteten die Masse von Arnold Schwarzenegger bei einem Bodybuildingwettkampf in den 70er-Jahren. Heute natürlich nicht mehr, aber visuelle Imposanz bietet die «steirische Eiche» immer noch. Und dieser hat er zweifelsohne auch seine Filmkarriere zu verdanken. Denn als differenzierten Charakterdarsteller kann man ihn beim besten Willen nicht bezeichnen.

Angesichts dessen hat er in erstaunlich vielen guten Filmen mitgespielt. Die beiden «Terminator»-Filme von 1984 und 1991 sind an erster Stelle zu erwähnen. Und «Arnie» spielte die Titelrolle, bei der ein steinerner Gesichtsausdruck genau das Richtige war. Aber auch andere Streifen mit ihm sind sehenswert, wie «Total Recall» oder «True Lies», wo ein Augenzwinkern mitspielt, das Schwarzenegger auch in Komödien zeigt. Schräges Detail: Ausgangspunkt seiner Hollywoodkarriere ist 1977 in der Krimiserie «Die Strassen von San Francisco» eine Rolle als Bodybuilder, der wegen Minderwertigkeitskomplexen wütet und mordet.

Bleiben wir bei den Muskeln: Mit Bodybuilding beginnt der bei Graz geborene Schwarzenegger als 15-Jähriger, es ist damals in Europa noch etwas Exotisches. Drei Jahre später gewinnt er seinen ersten Wettkampf. 1966 wird er mit 19 Jahren zum bis heute jüngsten «Mister Universum». Ab diesem Zeitpunkt dominiert er die glo­bale Bodybuildingszene, bevor er 1975 vom Wettkampfsport zurücktritt, um sich seiner Filmkarriere zu widmen. 1980 macht er ein einmaliges Comeback und besiegt beim Mr.-Olympia-Contest kurzerhand nochmals die gesamte Weltelite.

1983 wird er US-Staatsbürger. Drei Jahre später heiratet er die Nichte von John F. Kennedy, die demokratische Journalistin Maria Shriver. Dies wird sein Sprungbrett in die Politik. 2003 wird er republikanischer Gouverneur von Kalifornien und hinterlässt acht Jahre später bei seinem Abgang ein Milliardendefizit. Gute Noten holt er für seine Umweltpolitik.

Doch 2011 ist nicht nur seine politische Karriere am Ende, sondern auch seine Ehe. «Ich habe es total verbockt», gibt er sich später selbstkritisch. Nach seiner Affäre mit einer langjährigen Haushälterin, der auch ein Sohn entspringt, reicht seine Frau die Scheidung ein.

Trotzdem verliert «Arnie» kaum an Sympathien. Auch weil er wieder im Kino zu sehen ist, etwa mit Sylvester Stallone in «The Expendables 2» oder nochmals als «Terminator». Und weil er sich nicht scheut, Präsident Trump an den Karren zu fahren, zuletzt wegen dessen Kündigung des Klimaabkommens. Er ist eben unverwüstlich. Und immer für Comebacks gut.

Arno Renggli

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