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STATISTIK: Über ein Jahrzehnt länger leben – dank Nichtrauchen und mässigem Alkoholkonsum

Männer, die einen gesunden Lebensstil pflegen, dürfen mit 12 Jahren mehr Lebenszeit rechnen, Frauen mit 14. Gesund ist unter anderem Nichtrauchen – und mässig Alkohol.
Hans Graber
Wer sich an die wichtigsten fünf Regeln hält, kann mit einiger Gewähr auch noch im fortgeschrittenen Alter zum Tanz bitten. (Bild: Getty)

Wer sich an die wichtigsten fünf Regeln hält, kann mit einiger Gewähr auch noch im fortgeschrittenen Alter zum Tanz bitten. (Bild: Getty)

Hans Graber

Eigentlich wissen ja alle, was zu tun wäre: Ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung, nicht rauchen, mässiger Alkoholkonsum sowie kein Über- oder Untergewicht. Das verspricht in der Summe ein längeres Leben. Um wie viel länger, wurde nun aus zwei grossen US-Studien mit insgesamt über 123'000 Personen berechnet («Impact of Healthy Lifestyle Factors on Life Expectancies in the US Population»).

Gemäss den diese Woche im Fachblatt «Circulation» veröffentlichten Berechnungen haben 50-jährige Männer, die alle fünf Regeln beachten, noch eine durchschnittliche Lebenserwartung von 37,6 Jahren. Das sind rund 12 Jahre mehr als bei jenen, die gegen alle fünf Regeln verstossen. Gar 14 Jahre beträgt die Differenz bei den Frauen. 50-Jährige, die sich an die Regeln halten, haben noch eine Lebenserwartung von 43,1 Jahren. Frauen, die darauf pfeifen, kommen im Schnitt auf 29 Jahre.

Teils problematische Kriterien

Beim Rauchen – dem mit Abstand grössten Lebenszeitkiller – ist noch alles klar. Aber was heisst «viel Bewegung»? Es sollten im Idealfall laut den Wissenschaftern der Harvard T. H. Chan School of Public Health in Boston mindestens 30 Minuten pro Tag sein «bei mässiger bis starker Anstrengung».

Für die Ernährung wurde der Alternate Healthy Eating Index (AHEI) herangezogen. Vereinfacht gesagt: Wer sich nach den Vorgaben der berühmten Ernährungspyramiden und damit ausgewogen ernährt, macht es richtig – wohl ungeachtet der Tatsache, dass diese Vorgaben im Zuge neuer Erkenntnisse immer wieder mal angepasst werden müssen. Für die Gewichtsangabe dient der nicht unumstrittene Body-Mass-Index (BMI), der Körpergrösse und Gewicht in Relation setzt (BMI-Rechner finden sich im Internet). Als Richtschnur mag der BMI gelten, doch es gibt Verzerrungen. Muskelbepackte Männer können auf einen Wert von über 30 kommen, werden ­dadurch zu den Fettleibigen geschlagen, sind aber kerngesund.

Bleibt noch der Alkohol: Als «moderat», also gesund, gelten maximal 15 Gramm pro Tag für Frauen und 30 Gramm für Männer. Interessantes Detail: Die Zahlen machen deutlich, dass sich moderates Trinken verglichen mit Abstinenten positiv auf die Lebenserwartung auswirkt. Das wird aber nicht an die grosse Glocke gehängt, sonst könnten die Grenzen zwischen mässig und übermässig schnell einmal sehr fliessend werden…

Es bleiben mehrere Vorbehalte

Dass durch das Einhalten der Regeln das Krebsrisiko anscheinend um 62 Prozent und das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sogar um 82 Prozent gesenkt werden kann, ist eindrücklich. Wie bei allen solchen Beobachtungsstudien bleiben jedoch Vorbehalte, auch unter den Wissenschaftern selber.

«Es ist durchaus denkbar, dass die fünf Lebensregeln nur ein Marker für andere Faktoren sind, die ebenfalls die Lebenserwartung beeinflussen», schreibt zum Beispiel das «Deutsche Ärzteblatt». Menschen, die durch Bildung und Einkommen in der Lage sind, einen gesunden Lebensstil zu pflegen, könnten ja auch in anderen Bereichen privilegiert sein, «etwa durch eine geringere Exposition mit Schadstoffen am Arbeitsplatz oder eine bessere Luft am Wohnort». Schwer abschätzbar sei ferner der Einfluss von vermindertem Stress in Beruf und Partnerschaft.

Ebenfalls kann angefügt werden, dass ein gesunder Lebensstil keine Garantie ist für ein biblisches Alter. Und umgekehrt ist auch gefahren: Wer nicht so «brav» ist, darf immer noch darauf hoffen, die rein statistisch errechnete Lebenserwartung munter zu überschreiten. Die Hoffnung stirbt bekanntlich immer zuletzt. Fragt sich halt nur, wann das ist.

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