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SÜDAFRIKA: Der «Moderator des Todes»

Wiederholt verkündete ein Nachrichtensprecher im Staatsfernsehen den Tod bekannter Politiker. Jetzt traf es auch den neuen Präsidenten Cyril Ramaphosa.
Markus Schönherr, Kapstadt
Peter Ndoro, Moderator des südafrikanischen Senders SABC. (Bild: Twitter)

Peter Ndoro, Moderator des südafrikanischen Senders SABC. (Bild: Twitter)

Markus Schönherr, Kapstadt

In Südafrika wurde ein Moderator des staatlichen TV-Senders SABC erst einmal in die Zwangsferien geschickt. Grund für die dringend benötigte Auszeit: Er berichtete im Nachrichtenstudio live über den Tod bekannter Politiker, obwohl diese quicklebendig waren – und das wiederholt.

Was ist bloss los mit dem ­landesweit beliebten Anchorman Peter Ndoro? Schmunzelnd ­sahen die Südafrikaner zu, als er bei einer Live-Schaltung im ­Januar zwei Nachrichten vermischte und statt eines ehemaligen Regionalverwalters den ­Oppositionsführer Mangosuthu Buthelezi für «tot» erklärte.

Buthelezi ist eine der Schlüsselfiguren in Südafrikas Übergang zur Demokratie. Aber noch viel wichtiger: Er lebt und ist ­gesund. Fehler passieren, dachten sich Publikum und Sender. Umso grösser war die Überraschung, als Peter Ndoro jetzt den Tod von Südafrikas neuem Präsidenten Cyril Ramaphosa verkündete – ausgerechnet am Abend von dessen Amtsantritt.

In der Hektik des Journalistendaseins hatte der Moderator Ramaphosas Antritt und den Tod von Simbabwes Oppositionsführer Morgan Tsvangirai am selben Abend zu einem einzigen Nachrichtenbrei verkocht.

Präsident nimmt Entschuldigung an

«Beschämend», fand die SABC und verordnete Ndoro wegen «Erschöpfung» erst einmal eine Auszeit. «Wir sind übereingekommen, dass er eine Pause von der Sendung einlegt. Unterdessen hat der Präsident seine Entschuldigung angenommen», verkündete SABC-Sprecher Kaizer Kganyago.

Ein Mensch und keine Maschine

Mit Ndoros Suspendierung endete die ungewöhnliche Saga allerdings noch nicht. Die Südafrikaner reagierten verärgert darüber, wie der Sender das Dilemma handhabt, und solidarisierten sich mit dem beliebten Moderator. «Sein einziger Fehler war es zu zeigen, dass er ein Mensch ist und keine Maschine», wetterte eine Südafrikanerin.

Sogar im südafrikanischen Parlament appellierte eine Ministerin an Präsident Ramaphosa: «Vergeben Sie Peter Ndoro. Er ist ein herausragender Repräsentant unseres Landes.»

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