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SÜDKOREA: Dutzende Tote bei Spitalbrand

Es ist die seit Jahren schlimmste Brandkatastrophe im Land: Bei einem Feuer in einem Spital der Stadt Miryang sind mindestens 37 Menschen ums Leben gekommen. Rund 130 weitere Personen wurden verletzt.
Angela Köhler, Tokio
Ein Feuerwehrmann im komplett ausgebrannten Spital von Miryang. (Bild: Getty)

Ein Feuerwehrmann im komplett ausgebrannten Spital von Miryang. (Bild: Getty)

Angela Köhler, Tokio

Die Menschen in Südkorea sind tief betroffen und ratlos. Zwei Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang erschüttert ein neues ­Unglück die ostasiatische Wirtschaftsnation. Bei einem Grossbrand in einem Spital in der Stadt Miryang sind gestern mindestens 37 Menschen ums Leben gekommen. Weitere Patienten wurden zum Teil schwer verletzt. Die meisten Opfer starben durch Rauchvergiftung.

Es waren vor allem ältere Menschen, mindestens 20 Tote waren 70 Jahre und älter. Das Feuer war am Morgen in der Notaufnahme in der ersten Etage des sechsstöckigen Gebäudes des Sejong-Hospitals im Südosten des Landes ausgebrochen, in dem sich 177 Menschen befanden.

Krankenschwestern hatten gesehen, wie plötzlich Flammen aufloderten, die sich blitzschnell ausweiteten, berichtet Feuerwehrchef Choi Man Woo. Die Einsatzkräfte mussten durch Rauch und Fenster in die oberen Stockwerke vordringen, um die Insassen zu retten.

Kurzschluss löste Brand aus

Man habe versucht, schnell alle Patienten zu evakuieren, auch die Bewohner eines Pflegeheims im Nebengebäude. Bei der Rettung haben sich laut Choi dramatische Szenen abgespielt. So verzögerte sich die Bergung von Patienten der Intensivstation im dritten Stock, weil auf Ärzte gewartet werden musste, die die Feuerwehrleute überwachen sollten, damit Frischoperierte unversehrt abtransportiert werden konnten. Dennoch lief nicht alles glatt. «Manche Opfer starben auf dem Weg in andere Krankenhäuser», erklärte der Feuerwehrchef. In der zweiten Etage kamen auch ein Arzt und zwei Krankenschwestern ums Leben.

Südkoreas Präsident Moon Jan In berief eine Dringlichkeitssitzung ein. Er drückte sein tiefes Bedauern aus und verlangte eine schnelle und gründliche Aufklärung über die Ursachen dieses Unglücks, um die Wiederholung eines solchen Desasters zu verhindern. Den Hinterbliebenen sagte der Präsident psychologische Hilfe sowie Unterstützung bei der Identifizierung der Toten und der Bestattung zu.

Am Nachmittag standen Angehörige fassungslos vor dem ausgebrannten Spital, suchten Experten auch in Glassplittern und Trümmern nach möglichen Auslösern der Katastrophe. Man vermutet, dass ein Kurzschluss im Heizungssystem schuld war. Das Spital, so jüngste Informationen, hatte kein Sprinklersystem. Damit stellt sich in der viertgrössten und schnell wachsenden asiatischen Wirtschafts­nation einmal mehr die Frage nach Sicherheitsstandards.

Letzter Brand erst vor einem Monat

Die Tragödie von Miryang ist eine der schwersten Brandkatastrophen in Südkorea der letzten zehn Jahre. Erst vor einem Monat hatte ein anderes Unglück das Land erschüttert. In einem Fitnessklub in der Stadt Jecheon waren im Dezember 29 Menschen, vor allem junge Frauen, durch ein Feuer getötet worden. Als eine Ursache machten Experten eine leicht entflammbare Aussenverkleidung verantwortlich. Die Lis­te der meist von Menschen verursachten Katastrophen in Korea ist lang. Traumatisch ist die Erinnerung an einen Grossbrand in einem Lager in Incheon, bei dem vor zehn Jahren 40 Menschen ums Leben kamen.

Das schlimmste Feuer in Südkorea gab es 2003, als bei einem Brandanschlag auf die U-Bahn in Daegu 192 Menschen starben und 150 weitere verletzt wurden. Die bisher schwerste Katastrophe war der Einsturz des Sampoong-Warenhauses 1995 in Seoul, bei dem über 500 Menschen ums Leben kamen. Dabei waren Bauvorschriften und Kontrollen sträflich missachtet worden.

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