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SUMATRA: Neuentdeckte Affen-Art hat zu 97 Prozent die gleichen Gene wie der Mensch

Er ist eine Sensation: der Tapanuli-Orang-Utan, eine neu entdeckte Menschenaffen-Art aus Sumatra. Etwa 800 dieser Menschenartigen leben noch.
Peter Jaeggi
Zu 97 Prozent die gleichen Gene wie der Mensch: der neu entdeckte Tapanuli-Orang-Utan. (Bild: Andrew Walmsley)

Zu 97 Prozent die gleichen Gene wie der Mensch: der neu entdeckte Tapanuli-Orang-Utan. (Bild: Andrew Walmsley)

Peter Jaeggi

«Für die Wissenschaft ist es super aufregend. Für solche Geschichten lebe ich», schwärmt der Evolutionsgenetiker Michael Krützen. Der Neue trägt den Namen Pongo tapanuliensis und ist ein bisschen auch ein Schweizer Menschenaffe. Denn das anthropologische Institut der Universität Zürich, wo Krützen lehrt, steht im Zentrum dieser Entdeckung. Und die Schweizer Umweltstiftung PanEco arbeitet auf Sumatra für den Orang-Utan-Schutz.

Genetische Analysen zeigten bisher lediglich zwei Orang-Utan-Arten, jene von Sumatra und Borneo. Für Laien sieht die neue und nun dritte Art aus wie alle andern. Was den rostrot Behaarten im Wald von Batang Toru eigenständig macht, wird erst auf den zweiten Blick erkennbar. «Denn der Schlüssel zur Bestimmung einer neuen Art sind die DNA und das Skelett», sagt der amerikanische Evolutionsbiologe James Askew.

Acht Monate lang folgte er den Baumbewohnern im gebirgigen Regenwald. Er gehörte zu jenen rund vierzig Forschern, die in jahrelanger Arbeit den Beweis erbrachten, dass der Tapanuli tatsächlich eine neue Art ist. Erst ein Unglück brachte das Forscherglück. Zufällig kam vor Jahren ein erschossener Orang-Utan aus Batang Toru in die Hände der Wissenschafter. «Der Schädel und die Zähne des getöteten Menschenaffen beseitigten letzte Zweifel», sagt Evolutionsbiologe Michael Krützen. «Unsere genetischen Analysen zeigten, dass die Population in Batang Toru seit etwa 10000 bis 20000 Jahren genetisch komplett isoliert ist. Sie bildet eine eigene genetische Linie. Diese Einmaligkeit macht ihn zur eigenen Art», sagt Krützen. «Die neue Art scheint direkt von den allerersten Orang-Utans abzustammen, die vor etwa drei Millionen Jahren nach Sumatra kamen.»

Andere Schädel- und Zahnformen

Neben genetischen Entdeckungen offenbarte das Skelett wei­tere Unterscheidungsmerkmale. Laut Krützen sind es im Vergleich zu den anderen beiden Orang-Utan-Arten signifikant andere Schädel- und Zahnformen. Der Verhaltensbiologe James Askew dokumentierte zudem Unterschiede in der Kommunikation. Erwachsene männliche Orang-Utans besitzen eine äusserst laute, kräftige Stimme. Mit sogenannten «Long Calls» locken sie Weibchen an und halten sich Rivalen vom Hals. Diese Rufe weichen in Frequenz und Modulation leicht von jenen der Borneo- und Sumatra-Orangs ab. Krützen ergänzt: «Die Tapanuli haben zwei unterschiedliche männliche Typen. Nur der Grössere produziert diese Rufe. Eine solche unterschiedliche Verhaltensweise unter Männchen einer Art ist einmalig bei Menschenaffen.»

Die Tiere bewohnen einen Lebensraum, der stark unter Druck steht und zerstückelt ist. Zusammen mit den ostafrikanischen Berggorillas gilt der Tapanuli als die am meisten gefährdete Menschenaffenart. «Mit der Fragmentierung des Lebensraumes werden die Populationen isoliert. Bei nur 800 Tieren mit katastrophalen Folgen. Sie können sich nicht mehr frei bewegen und vermehren», sagt Irena Wettstein von PanEco. Als ob dies nicht schon genug wäre, werde im Gebiet auch gewildert, sagt Irena Wettstein. Das Orang-Utan-Schutzprogramm SOCP versucht, das Aussterben unseres genetisch nächsten Verwandten zu verhindern.

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