SWISS AWARDS: Abderhalden schwingt obenaus

Dreimal schon erkämpfte er sich die höchste Schwinger-Krone. Und jetzt setzt er einen deutlichen Sieg oben drauf: Jörg Abderhalden (28) ist Schweizer des Jahres.

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Gerührt nimmt Schwingerkönig Jörg Abderhalden die Trophäe als Schweizer des Jahres 2007 entgegen. (Bild Keystone)

Gerührt nimmt Schwingerkönig Jörg Abderhalden die Trophäe als Schweizer des Jahres 2007 entgegen. (Bild Keystone)

Das Fernseh-Publikum hatte am Samstag an der Live-Gala «Swiss Awards» im Zürcher Hallenstadion die Qual der Wahl. Und es setzte den Schwingerkönig Jörg Abderhalden aus dem Toggenburg mit 20,38 Stimmprozenten klar an die Spitze der 18 Nominierten. Die erste Reaktion des Siegers nach einer herzlichen Umarmung mit Ehefrau Andrea: «Das hätte ich nie erwartet.»

Der dreifache Schwingerkönig gewann vor dem Schweizer «Bond»-Regisseur Marc Forster, der mit seiner Freundin Dana Kohler kam und 15,01 Prozent der Stimmen einheimste. In der Kategorie Show wurde Forster von der Swiss-Award-Jury gar auf den ersten Platz gehoben und erhielt den Award von SF-Direktorin Ingrid Deltenre. Den dritten Platz in der Ausscheidung für den Schweizer des Jahres holte sich mit 10,01 Prozent Alinghi-Teamchef Ernesto Bertarelli, den seine Frau Kirsty begleitete.

Erfolg für Edith Hunkeler
Einen tollen Achtungserfolg erzielte die bereits in Australien trainierende Edith Hunkeler (8,8 Prozent): Die Luzerner Rollstuhlsportlerin klassierte sich auf dem fünften Platz hinter der ehemaligen Chefanklägerin des Sondertribunals für das ehemalige Jugoslawien, Carla Del Ponte (9,91 Prozent).

Sieger Abderhalden und der Zweitplazierte Forster attestierten unisono: «Hut ab. Das mögen wir Edith von Herzen gönnen.» Abderhalden fügte an: «Ich selber hätte Edith Hunkeler sogar noch weiter vorne erwartet.» Aus Australien liess die Rollstuhlsportlerin freudig verlauten: «Das ehrt mich sehr. Ich danke allen herzlich und aufrichtig, die mir die Stimme gegeben haben.»

Bei den Kategoriensiegern ging die Zentralschweiz leer aus. Die über 100-köpfige Jury liess in der Kategorie Gesellschaft Karin Mölling, Virologin an der Universität Zürich, den Vorrang gegenüber der Schwyzer Ex-Polizeichefin Barbara E. Ludwig. «Das macht nichts», erklärte die heutige Leiterin des Opfer- und Zeugenschutzes am UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. «Die Nomination allein ist für mich Ehre und Freude genug.»

Fabienne Louves und die Jodler
Der Trost für unsere Region: MusicStar Fabienne Louves aus Emmenbrücke sorgte mit ihrer in drei Sprachen gesungenen Nationalhymne für einen Höhepunkt im Show-Programm, genauso wie der 18-köpfige Nidwaldner Jodlerklub Wiesenberg mit seinem Erfolgslied «Ewigi Liäbi». Und der Luzerner Mister Schweiz Tim Wielandt«verschenkte» als Glückszahl-Auslöser auch noch eine satte Million Franken.

Grosses Pech hingegen für Bianca Sissing: Die Luzerner Ex-Miss Schweiz musste sich als Millionenlos-Glücksbringerin von Kollegin Jenny Gerber vertreten lassen. Bei einem Skiunfall in St. Moritz hatte sich Bianca Sissing am Freitag an einer Skikante eine tiefe Schnittwunde am linken Bein zugezogen. Nach ambulanter Behandlung konnte sie das Spital wieder verlassen: «Aber für die Gala musste ich passen, denn ich brauche viel Ruhe.»

Die Kategoriensieger: Gesellschaft: Karin Mölling, Virologin an der Universität Zürich. Kultur: Ernst Beyeler, Galerist. Politik: Carla Del Ponte, ehemalige Chefanklägerin des UNO-Sondertribunals und neue Schweizer Botschafterin in Argentinien. Show: Marc Forster, Filmregisseur. Wirtschaft: Daniel Borel, Mitbegründer der Schweizer Computermäuse- und Tastaturenherstellerin Logitech.

Von André Häfliger, Zürich