SWISS ECONOMIC FORUM: Euro-Schal für Wirtschafts-Optimist Couchepin

Das Swiss Economic Forum in Thun feiert sein zehnjähriges Jubiläum. 16 Tage vor dem Start der Euro 2008 wurde Pascal Couchepin in Fussballstimmung gebracht.

Merken
Drucken
Teilen
Bundespräsident Pascal Couchepin (links) legt Forum-Präsident Adolf Ogi den «Hopp-Schwiiz»-Schal um. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Bundespräsident Pascal Couchepin (links) legt Forum-Präsident Adolf Ogi den «Hopp-Schwiiz»-Schal um. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Die Veranstalter Stefan Linder und Peter Stähli schenkten dem Bundespräsidenten vor über 1000 Forumsbesuchern im Schadausaal einen «Hopp Schwiiz»-Schal.

Scherzend legte Couchepin den Schal dann kurz Forums-Präsident Adolf Ogi um: «Das muss ein gutes Omen sein!» Für die Wirtschaftsnation Schweiz sieht der Bundespräsident nicht schwarz: «Ich bin sicher, dass unser Land dereinst gestärkt aus der Finanzkrise hervorgehen wird. Es braucht einfach Geduld.»

Ölpreis – was tun?
Vor allem, wenn der Dollar weiter schwächelt und der Ölpreis unanständig explodiert. Was kann man gegen diese Entwicklung machen, wie soll man sich verhalten? Wir fragten am Forum nach. «Drastisch weniger verbrauchen. Und es braucht auch Einschränkungen», erklärte Unternehmerin Heliane Canepa. «Die Häuser noch besser isolieren – und sich überlegen, ob pro Haushalt wirklich vier Fahrzeuge notwendig sind?» Für Goodnews-Chef André Béchir, der nach den Beatles und den Stones jetzt am 30. August auch Madonna in die Schweiz lotst (und nächstes Jahr eventuell nochmals Tina Turner), hilft im Moment nur das Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr: «Das 'Park&Ride'-Angebot muss im ganzen land massiv forciert werden.»

Sparen, sparen?
SBB-Chef Andreas Meyer ist mit seinem Team gerüstet: «Wir spüren die steigende Nachfrage, nicht zuletzt aufgrund der hohen Ölpreise, bereits deutlich und reagieren ständig mit Angebots-Offensiven und verbessertem Service, wie zum Beispiel das Fahrplan-Leitsystem «NaviGO», das man gratis herunterladen kann.» Für TV-Direktorin Ingrid Deltenre und Unternehmensberaterin Doris Aebi gibt es kurzfristig nur eine Devise, die von so vielen gestern in Thun kolportiert wurde: «Sparen, sparen, sparen.»

Steuern überprüfen
FDP-Ständerat Felix Gutzwiller setzt kurzfristig ebenfalls auf den öffentlichen Verkehr sowie auf «sparsame Drei- bis maximal Fünf-Literautos». Mittelfristig fordert er alternative Antriebe wie die Wasserstoffzelle: «Wenn man wirklich will, geht das schneller als 10 bis 20 Jahre!» SVP-Nationalrätin Ursula Haller erwartet von der Politik, dass die «Benzinsteuern auf ihre effektive Notwendigkeit hin überprüft» werden. Unternehmer Edgar Oehler indes sagt, man könne «gegen diese Spekulanten und Preistreiber gar nichts» machen. «Wehren wir uns, würden sie und einfach nicht mehr beliefern», sagte er.

André Häfliger, Thun