SWISSCOR-FERIENLAGER: Kinder bald wieder zurück in Obwalden?

Freude herrschte am Donnerstag in Trogen: Adolf Ogi besuchte das Swisscor-Ferienlager für bedürftige Kinder, das er vor 10 Jahren gründete – und er am liebsten wieder auf dem Glaubenberg haben möchte.

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Hopp de Bäse: Adolf Ogi (links) und Murat Yakin stossen die albanischen Feriengastkinder Melis (13) und Azra (12) an. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Hopp de Bäse: Adolf Ogi (links) und Murat Yakin stossen die albanischen Feriengastkinder Melis (13) und Azra (12) an. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Je zwei Jahre fand das knapp zwei­wöchige Lager für jeweils 80 bis 100 Kinder aus Krisengebieten in Obwalden in den Militärkasernen von Melchtal und auf dem Glaubenberg statt. «Obwohl wir hier im Pestalozzi-Dorf sehr gut aufge­hoben sind, würden wir noch so gerne wieder zurück in die Zentralschweiz kommen», erklärte Adolf Ogi unserer Zeitung. «So wären wir wieder in die sowieso vorhandene Militärstruktur eingebunden und könnten 50'000 Franken unser jährlichen Jahreskosten von 220'000 Franken sparen.» Konstruktive Gespräche mit dem VBS seien «im Gange», sodass es «gut möglich» sei, dass das 11. oder 12 Lager für die kranken und bedürftigen Kinder wieder im Kanton Obwalden stattfinden könnte.

Zurück zur Grundidee
Mit der neuerlichen Einbindung ins Militär, mit Kaserne und WK-leistenden Armeeangehörigen als Betreuer, würde das humanitäre Ferienlager auch wieder zu seiner anfänglichen Konzeptidee zurückgeführt. 1999 nämlich brachte Ogi die jährliche Hilfsaktion als «Idee und als Beitrag der Schweiz zur Jahrhundertwende» dem damaligen Bundesrat vor – und stiess schon damals vor allem wegen den Kosten auf Widerstand. Trotzdem «boxte» er die Idee durch, sprach 100'000 Franken von seinem ehemaligen VBS-Departement, stellte in Melchtal OW Kaserne und Armeeangehörige zur Verfügung und gründete dann die Swisscor-Stiftung.

Auch Yakin ist begeistert
Diese Stiftung sammelt seitdem erfolgreich Sponsorengelder. Unter dem Motto «Die Schweiz zeigt Herz» sind so inzwischen gegen 1000 Kinder, vor allem aus den Balkanländern, zum Feriengenuss in der Schweiz gekommen. Auch diese Jahr werden die 80 Kinder aus Albanien und Bosnien mit rund 30 Betreuerinnen und Betreuern eben einem satten Programm mit Sport, Aus­flügen, Tanz und Musik medizinisch betreut. Unter anderem mit eingehen­den ärztlichen Kontrollen und Ausstattung mit neuen Brillen, Hörgeräten, Pro­thesen oder Rollstühlen sowie der Unterstützung etwa von den Klubs Rotary und Lions sowie der Yakin-Hilfsaktion «Golf&Fussball». Thun-Trainer Murat Yakin («Ich bin tief beeindruckt») und Helvetas-Präsident Peter Arbenz («Eine vorbildliche Aktion») machten sich am Donnerstag ebenfalls ein Bild vom bunten Lagerleben. Divisinär André Liaudat gab sein Amt als Stiftungspräsident nach 10 Jahren an Divisionär Gianpiero Lupi, ehemaliger Chefarzt der Armee, ab.

André Häfliger