Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Teenager sind oft bisexuell»

Nachgefragt

Stefanie Spahni, haben die Kinsey-Reports in der Sexualwissenschaft noch Relevanz?

Ja, auf Kinseys Datensatz mit über 10 000 Befragten wird in der Forschung auch heute regelmässig Bezug genommen.

Was ist mit der Kritik, dass Kinseys Auswahl der Befragten nicht repräsentativ gewesen sei?

Kinsey hat überdurchschnittlich viele Prostituierte und Ex-Häftlinge befragt. Doch auch nach Be­reinigung des Datensatzes durch seine Nachfolger am Kinsey-Ins­titut blieben die Zahlen praktisch identisch.

Besonders die Angabe, dass mehr als ein Drittel der Männer homosexuelle Erfahrungen gemacht haben, wird angezweifelt.

Diese Zahl stimmt, wenn man nicht nur den Verkehr, sondern auch Küssen und Berührungen miteinbezieht. Erste sexuelle Erfahrungen machen viele Teenager mit gleichgeschlechtlichen Freunden. Bis heute ist das ein Tabu. Dabei bewegt sich unsere Sexualität nicht in klaren Kategorien, sie ist ein Kontinuum.

Wie erklären Sie sich, dass der Report über das Sexualleben der Frauen so viel mehr Empörung auslöste als jener über die Männer?

Kinsey machte öffentlich, dass Frauen masturbieren, dass sie Lust leben, sexuell aktive Wesen sind. Das war für die Männerwelt ein Affront. Sex war etwas, das Männer mit Frauen anstellten. Männer waren für die sexuelle Befriedigung der Frauen verantwortlich. Ein Bild, das noch heute in vielen Köpfen verhaftet ist. Dabei sind wir alle selbst für unsere Lust oder Unlust verantwortlich.

Was sehen Sie als Kinseys grössten Verdienst an?

Kinsey ist einer der Ur-Väter der Sexualwissenschaft. Mit seinen Studien hat er gezeigt, wie vielseitig das menschliche Sexual­leben ist. Das hat einen Bann gebrochen. Übrigens gibt es in der Schweiz bis heute keine vergleichbaren Daten.

Stefanie Spahni ist Co-Studiengangleitern des Master of Arts in Sexologie in Uster.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.