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TESSIN: Zu Fuss über den Lago Maggiore

Der lange Schatten von Christo: Von Ascona soll ein 3 Kilometer langer Steg bis zu den Brissago-Inseln führen – als neuer Tourismusmagnet. Das Projekt soll von Privaten finanziert werden.
Gerhard Lob, Bellinzona
Besucher im Juli 2016 auf den «Floating Piers» von Christo auf dem Lago d’Iseo in der Lombardei. (Bild: Laura Chiesa/Getty (2. Juli 2016))

Besucher im Juli 2016 auf den «Floating Piers» von Christo auf dem Lago d’Iseo in der Lombardei. (Bild: Laura Chiesa/Getty (2. Juli 2016))

Gerhard Lob, Bellinzona

Die schwimmenden Stege auf dem oberitalienischen Lago d’Iseo haben zirka 1,5 Millionen Menschen angezogen. Und dies in nur 15 Tagen, während deren die aufsehenerregende Installation «The Floating Piers» von Künstler Christo zwischen Juni und Juli 2016 begehbar war. Die damalige Kunstinstallation mit den orangen Passerellen hat anderen Tourismusdestinationen Appetit gemacht, darunter der Region Ascona-Locarno am Lago Maggiore (Langensee).

Jüngst ist viel über eine analoge Installation gesprochen worden; dieser Tage haben die Promotoren erstmals offiziell mitgeteilt, dass das Projekt nicht nur ein Gedankenexperiment ist. «Es ist technisch zu 100 Prozent realisierbar», heisst es in einer Medienmitteilung, die allerdings vollkommen offenlässt, wann das Projekt verwirklicht werden könnte und welche Kosten zu erwarten sind. «Es wird ausschliesslich von Privaten finanziert – Unternehmern aus dem Tessin», hält Benjamin Frizzi fest, der für das Marketing von Locarno-Ascona Tourismus zuständig ist und als Sprecher der privaten Investorengruppe auftritt.

Die Machbarkeit wurde bereits mit dem technischen Staff besprochen, welche die Installation der Floating Piers von Christo auf dem Lago d’Iseo vorbereitet hat. Die Rede ist von 220 000 Kubikmetern Polyethylen, welche einen einzigen Steg von 3 Kilometern Länge bilden würden. 500 Tonnen dieses Kunststoffs könnten rezykliert werden. Auch mit den zuständigen Stellen, welche solche Projekte unter sicherheitstechnischen Aspekten zu beurteilen haben, wurde bereits Kontakt aufgenommen.

Klimatische Verhältnisse sind günstiger

Gemäss Angaben der Investorengruppe sind die klimatischen Verhältnisse auf dem Lago Maggiore im Dreieck zwischen Brissago, den Brissago-Inseln und Ascona günstiger als auf dem Lago d’Iseo, um einen solchen Steg zu installieren. Aber handelt es sich nicht um die Kopie einer genialen Idee, ein Déjà-vu? «Wir haben dies diskutiert, sind aber zum Schluss gekommen, dass es sich lohnt, diese Idee umzusetzen», meint Frizzi. Denn viele Menschen hätten die Installation am Lago d’Iseo sehen und übers Wasser laufen wollen, doch hätten die zwei Wochen nicht ausgereicht, um allen Interessierten diese Möglichkeit zu geben.

Auch zwischen Ascona und den Brissago-Inseln soll der Steg zeitlich begrenzt sein, aber die Installationsdauer soll wesentlich länger sein als am Lago d’Iseo, möglicherweise sogar mehrere Jahre. Sicher ist, dass es hohe touristische Erwartungen gibt, auch für die Brissago-Inseln und den dortigen Botanischen Park, der unter einer schlechten Anbindung durch die Schifffahrt leidet.

Das jetzige Vorpreschen der Initianten könnte auch damit ­zusammenhängen, dass andere Tourismusregionen ebenfalls über schwimmende Stege nach dem «Christo-Rezept» nachdenken. So wurde jüngst eine ähnliche Initiative vom Lago d’Orta bekannt, wo es eine kleine Insel mitten im See gibt. Auch bei Pallanza, am südlichen Lago Maggiore bei den Borromäischen Inseln, ist von einer Passerelle zur kleinen Isola San Giovanni die Rede. In den sozialen Medien wurde der Vorschlag eines Stegs zu den Brissago-Inseln bereits intensiv diskutiert. Neben begeisterten Stimmen, endlich zu Fuss zu den Inseln laufen zu können, gab es aber auch einige Skepsis.

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