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TV: Wie es den Siegerinnen ergangen ist

Heute Samstag Abend startet die zehnte grössere Castingshow in der Schweiz. Bisher haben immer Frauen gewonnen. Was ist aus ihnen geworden?
Arno Renggli
Carmen Fenk war die erste Siegerin einer Schweizer Castinshow. Sie wurde vor elf Jahren «Music Star». (Bild: SRF / Christian Lanz)

Carmen Fenk war die erste Siegerin einer Schweizer Castinshow. Sie wurde vor elf Jahren «Music Star». (Bild: SRF / Christian Lanz)

Arno Renggli

«Die grössten Schweizer Talente» geht heute in die dritte Staffel und löst damit «The Voice of Switzerland» der letzten beiden Jahre ab. Unter den Schweizer Castingshows ist es das einzige Format, in welchem es nicht nur um Gesang geht, sondern diverse Talente gezeigt werden. Gewonnen hat dennoch bisher immer eine Sängerin. Doch der Reihe nach.

Am Anfang stand eine Girlband

2001 startete die erste Schweizer Castingshow im damaligen neuen Privatsender TV3. Das Format hiess «Popstars», lief vorher international, etwa auch in Deutschland. Aus den vier Siegerinnen wurde die Girlband Tears zusammengestellt. Nach einem ersten Hit «Music» ging der Erfolg rasch zurück, die Band trennte sich Ende 2004. Im Showbusiness verblieb am ehesten Amanda Nikolic, etwa mit Musicaljobs (u. a. «Spacedream») oder als Moderatorin von TV-Quizshows. Sie ist heute als Fotografin tätig.

Ein Detail am Rande: Bei «Popstars» machte auch die bekannte Innerschweizer Popsängerin Caroline Chevin mit. Doch kurz vor der Entscheidung stieg sie freiwillig aus.

Die Girlband «Tears» wurde 2001 aus den vier Siegerinnen des Formats «Popstars» des damaligen Privatsenders TV3 zusammengestellt. 2004 löste sich das Quartett auf. (Bild: Guido Röösli / Neue LZ)
2004 ging Carmen Fenk als erste Siegerin aus der Castingshow «Music Star» hervor. Sie wagt jetzt eine Comeback mit einer neuen CD. (Bild: SRF)
Music Star 2005 wurde die Walliserin Salome Clausen. Sie entschied sich für eine Zukunft abseits des Rampenlichts. (Bild: Fabienne Arnet / Neue LZ)
Sie hat sich im Musikgeschäft behaupten können: Die Luzernerin Fabienne Louves, Music Star 2007. (Bild: Adrian Baer /Neue LZ)
Katharina Michel gewann bei «Music Star» 2009. Ihre Stimme lieh sie in der Folge aber dem Lokalradio Beo. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Sie wurde 2011 das grösste Schweizer Talent: Maya Wirz. Eine Gesangskarriere kam nicht richtig in Schwung. (Bild: SRF / Daniel Ammann)
Die Hochdorferin Eliane Müller, grösstes Schweizer Talent 2012, hat die Castingshow erfolgreich als Sprungbrett benutzt. (Bild: Manuela Jans (Neue LZ))
Nicole Bernegger, Siegerin in «The Voice of Switzerland» 2013, ist seither in der Schweizer Musikszene nicht mehr zu überhören. (Bild: Daniel Ammann / SRF)
Tiziana Gulino holte sich den Titel «The Voice of Switzerland» 2014. Noch ist abzuwarten, ob diese Stimme trägt. (Bild: Oscar Alessio / SRF)
9 Bilder

Siegerinnen von Song Contests

Carmen Fenk mit Comeback

2004 strahlte das Schweizer Fernsehen SRF, welches ab da alle grossen Castingshows übernahm, die erste Staffel von «MusicStar» aus. Mit der Ostschweizerin Carmen Fenk siegte eine starke Sängerin. Ihr Erfolg reichte aber nicht über das Platz-1-Album «Fenkadelic» hinaus. Sie wurde Radiomoderatorin und ist heute Moderationsleiterin beim christlichen Sender Life Channel. Indes blieb sie auch Sängerin mit eigener Band, was aber eher ausserhalb der grossen Öffentlichkeit stattfand. Nun hat sie auf Ende März eine neue CD angekündigt (siehe Box), die Single «Change The Future» ist bereits auf dem Markt.

Phänomenaler Baschi

Zum grossen Gewinner der ersten «MusicStar»-Staffel avancierte indes der Baselbieter Baschi. Er war als Sechstplatzierter früh ausgeschieden, startete dann aber eine bemerkenswerte Karriere, die in Hits wie «Bring en hei» gipfelte. Allerdings ist es in den letzten zwei Jahren auch um ihn ruhiger geworden. Baschi hat letztes andere Band produziert, aber nun auf Juni ein neues eigenes Album angekündigt. Gleichfalls unvergessen ist Piero Esteriore, nicht zuletzt mit dem «Zero-Points-Auftritt» am Eurovision Song Contest oder der Crashfahrt ins «Blick»-Gebäude.

Sieg und Rücktritt

2005 folgte «MusicStar 2», die Walliser Coiffeuse Salome Clausen gewann dank Charme und nicht dank Stimme. Sie sah das offenbar selber ein und trat nach wenigen Monaten aus dem Showbusiness zurück. Geblieben ist aus dieser Staffel der zweitplatzierte Daniel Kandl­bauer, der im letzten Herbst bereits seine fünfte CD veröffentlich hat und auch im Musicalbereich (etwa «Ewigi Liebe») Erfolge feiern konnte.

Fabienne Louves nutzte ihre Chance

2007 gewann die Emmenbrückerin Fabienne Louves die dritte Staffel von «MusicStar». Ihr Album «Schwarz uf wiiss» war ein Erfolg, in Erinnerung bleibt auch ihr tolles Duett «Hemmigslos liebe» mit Marc Sway. Auch wenn ihr zweites und bisher letztes Album «Fabulös» auch schon wieder fast fünf Jahre zurückliegt, hat sich Fabienne Louves in der Promiwelt gehalten, etwa mit Auftritten in Musicals, an Galas oder in Fernsehshows. Neben Louves schaffte aus der dritten Staffel von «MusicStar» kaum jemand bleibende Eindrücke, am ehesten die vierplatzierte Börni Höhn.

Noch krasser war dies 2008 bei der vierten und letzten Staffel: Die Siegerin Katharina Michel aus Brienz fallierte als Sängerin und wurde dann Radiomoderatorin, alles andere dieser Staffel war ohnehin zum Vergessen, ausser dem freiwilligen Juryrücktritt von Gölä.

Die singende Buschauffeuse

Das Format hatte sich totgelaufen, weshalb das Schweizer Fernsehen 2011 «Die grössten Schweizer Talente» (DGST) startete. Obwohl die Show nicht auf Gesang beschränkt war, siegte mit der Buschauffeuse Maya Wirz aus Kaiseraugst wieder eine Sängerin, diesmal aus dem Bereich Klassik. Sie profitierte vom Susan-Boyle-Effekt, der nachhaltige Erfolg blieb ihr verwehrt: Ihre erste CD «Mein Traum» lief mässig, eine zweite CD erhielt gar keine Resonanz mehr. Kürzlich scheiterte sie mit dem Versuch, sich für die Schweizer Endausscheidung zum Eurovision Song Contest zu qualifizieren. Immerhin darf sie heute Abend im «Samstig-Jass» auftreten (ab 18.45 Uhr, SRF 1). Wenn es bei der ersten Staffel von DGST so etwas wie eine echte Gewinnerin gab, so war es die «Schlangenfrau» Nina Burri.

Eliane: Die grosse Ausnahme

Ganz anders lief es ein Jahr später bei der zweiten Staffel von «Die grössten Schweizer Talente»: Zwar gewann mit der Hochdorferin Eliane Müller erneut eine Sängerin, doch sie hat bis heute nachhaltigen Erfolg. So landete ihre im Dezember erschienene dritte CD «Bright Lights» auf Platz 2 der Schweizer Charts und war damit sogar noch etwas weiter vorne als die Vorgängeralben. Auch hat sie regelmässig Auftritte. Im Grunde ist sie von den bisherigen Siegerinnen einer Schweizer Castingshow bis jetzt die erfolgreichste und als eigenständige Sängerin glaubwürdigste.

Zwei sehr unterschiedliche «Voices»

Als in Deutschland mit «The Voice» ein neues Castingformat erfolgreich lief, übernahm es das Schweizer Fernsehen 2013. Als Siegerin ging die Baslerin Nicole Bernegger hervor. Als einzige starke Sängerin legte sie eine Überlegenheit an den Tag, die über den Ausgang des Wettbewerbs wenig Zweifel zuliess. Ihre CD «The Voice» lief in der Folge gut, ohne dass sie zum kurzzeitigen Überflug angesetzt hätte. Aber Bernegger ist als erfahrene und gute Sängerin nicht vom Castingerfolg abhängig. Sie hat regelmässig ihre Auftritte und durfte zuletzt mit Stress und dem Song «Horizon» einen Hit verbuchen.

Etwas anders liegt die Sache bei der letztjährigen Siegerin der zweiten Staffel von «The Voice of Switzerland». Die Zürcherin Tiziana Gulino sang zwar für eine 17-Jährige bemerkenswert gut, gewann aber doch eher dank dem «Jööh»-Effekt. Ihre CD «Find Your Way» war mässig erfolgreich, auch in der Schweizer Ausscheidung zum Eurovision Song Contest reüssierte sie nicht. Generell muss die Prognose wohl lauten: Sie wird es schwer haben. Und damit dürfte sie zum grösseren Teil der Castingsiegerinnen gehören, die relativ rasch wieder von der Bildfläche verschwunden sind.

Hinweis

Die neue Staffel von «Die grössten Schweizer Talente» wird ab heute Abend jeweils am Samstag um 20.10 Uhr und am Mittwoch um 20.05 Uhr gezeigt. Bis Ende März sind es Aufzeichnungen der Castings, dann folgen am 28. März, am 4. und am 11. April drei Liveshows mit der Entscheidung.

Carmen Fenk: CD elf Jahre danach

are. Sie war die erste Solosängerin, die eine Schweizer Castingshow gewann: Carmen Fenk, heute 36, siegte 2004 bei «MusicStar» und brachte eine CD heraus. Ganze elf Jahre später erscheint Ende März nun ein zweites Album.

Elf Jahre sind eine ganz schön lange Zeit, um ein zweites Album herauszubringen.

Carmen Fenk: Genau darum heisst das Album «Eleven». Und es hat just elf Songs drauf.

Wieso haben Sie sich gerade jetzt entschlossen, neue Songs aufzunehmen?

Fenk: Es gab keinen Entschluss, auf einen Schlag ein ganzes Album einzuspielen. Vielmehr war ich mit meiner Band in den letzten fünf, sechs Jahren immer wieder mal im Studio, sobald ich das Geld dafür hatte und einen Song, den ich gut fand. Inzwischen sind es elf, darum ist es der richtige Zeitpunkt für ein Album.

Die Songs widerspiegeln auch eine Entwicklung, zudem gibt es neben englischsprachigen auch einige auf Mundart. Also eher nicht ein Album aus einem Guss?

Fenk: Ich würde eher sagen: Es hat interessante Unebenheiten.

Wie schauen Sie heute auf Ihre «MusicStar»-Zeit zurück? Und verfolgen Sie auch die neueren Castingshows?

Fenk: Nein, das interessiert mich nicht mehr. Aber nicht, weil ich «MusicStar» in schlechter Erinnerung hätte. Es war eine tolle Zeit und gehört zu meinem Leben dazu. Aber das ist vorbei und völlig in Ordnung so. Und wenn ich heute ein Kompliment für meine Musik erhalte, ist es noch wertvoller als damals, als ich eine grosse Medienpräsenz hatte.

Profitieren Sie heute noch davon?

Fenk: Im Grunde war das Kapitel «MusicStar» abgeschlossen, als die Zusammenarbeit mit der Plattenfirma Universal nach der ersten CD beendet war. Aber natürlich kennen immer noch viele Leute meinen Namen. Witzig ist, dass etwa Kinder meinen Vornamen und Namen oft wie einen einzigen Namen verwenden. Die begrüssen mich mit: «Hoi Carmenfenk.»

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