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UMWELTPRÜFBERICHT: Schweiz muss gemäss OECD bei Artenschutz und Wasserqualität nachbessern

Gemäss der OECD muss die Schweiz beim Schutz der Arten und bei der Wasserqualität nachbessern. Acht Fischarten seien bereits ausgestorben, von den übrigen seien 70 Prozent gefährdet oder bedroht.
Bruno Knellwolf
Zugersee von der Hünenberg Badi aus. Fotografiert am 13. Juli 2017 in Hünenberg. Zuger Zeitung/Maria Schmid See, Wasserqualität, Wasser, Schweiz (Bild: Maria Schmid)

Zugersee von der Hünenberg Badi aus. Fotografiert am 13. Juli 2017 in Hünenberg. Zuger Zeitung/Maria Schmid See, Wasserqualität, Wasser, Schweiz (Bild: Maria Schmid)

«Die Schweiz hat Schritte unternommen, um die Umwelt zu verbessern was Landwirtschaft, Energie und Verkehr betrifft», schreibt die OECD, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, in ihrem neusten Umweltbericht. Alle zehn Jahre prüft die OECD den Umgang ihrer 34 Mitgliedsstaaten mit der Umwelt. Was die Treibhausgase betreffe, sei das Land sogar Spitze. So viel zum Lob. Gerügt werden allerdings das Konsumverhalten und Abfallmengen sowie die Gefährdung vieler Arten.

Auf diese Mängel bei der Biodiversität reagieren die Naturschutzorganisationen. BirdLife Schweiz schreibt, die Schweiz sehe sich oft als Musterknabe im Naturschutz. Dabei habe das Land einen der höchsten Anteile an gefährdeten Arten und Lebensräume aller OECD-Länder. Zudem hat die Schweiz in Europa einen der kleinsten Anteile an Schutzgebieten. Die bestehenden Schutzgebiete sind zu klein, zu isoliert. So versteht die OECD nicht, dass die Schweiz es in den letzten 103 Jahren nicht geschafft hat, einen weiteren Nationalpark zu schaffen. Obwohl das Land auch vom Tourismus lebe, werde für die Natur- und Arterhaltung wenig Geld investiert. In anderen Ländern werde mehr für störungsfreie Räume und funktionierende Wildtierkorridore getan.

Aktionsplan ist nur ein kleiner Schritt

BirdLife Schweiz begrüsst zwar den vom Bundesrat im September beschlossenen Aktionsplan Biodiversität. Dieser sei aber nur ein kleiner Schritt. Noch steckten in diesem Aktionsplan zu wenige und viel zu allgemeine Massnahmen. Trotzdem müssten diese nun in einem ersten Schritt sofort umgesetzt werden. Werner Müller, Geschäftsführer von BirdLife Schweiz, fordert bereits einen weiteren Aktionsplan, der die Rügen der OECD aufnehme. Die Vogelschützer verweisen auf den eigenen Aktionsplan Biodiversität Schweiz aus Sicht der Zivilgesellschaft, der von über 40 Instituten und Universitäten, Städten und Verbänden unterstützt wird.

Pro Natura fordert ebenfalls einen Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, vor allem auch der Gewässer. «Die meisten Fliessgewässer wurden im vergangenen Jahrhundert ihrer natürlichen Dynamik beraubt und leiden unter Pestizid- und Nährstoffeintrag», schreibt Pro Natura als Reaktion auf den OECD-Bericht.

Acht Fischarten seien bereits ausgestorben, von den übrigen seien 70 Prozent gefährdet oder bedroht. Deutlich seien auch die Defizite bei den Feuchtgebieten wie den Mooren. «Rund 90 Prozent der ursprünglichen Moorfläche ist bereits verloren und somit wunderschöne Landschaften und überlebenswichtige Ökosysteme für seltene Pflanzen wie dem Sonnentau.» Aktionspläne für die Biodiversität und zur Reduzierung der Pestizidbelastung müssten umgesetzt werden.

Bruno Knellwolf

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