USA: Bewohner verlassen Miami

Weil es wahrscheinlicher wird, dass der Hurrikan Irma Florida frontal treffen wird, müssen Anwohner in der Millionenstadt Miami ihre Häuser verlassen. Auch Schweizer Reiseanbieter haben alle Hände voll zu tun.

Sasa Rasic
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Warten vor dem Sturm: Ein Bus soll die Touristen zu einem Evakuationszentrum befördern. (Bild: Erik S. Lesser/EPA (Miami Beach, 7. September 2017))

Warten vor dem Sturm: Ein Bus soll die Touristen zu einem Evakuationszentrum befördern. (Bild: Erik S. Lesser/EPA (Miami Beach, 7. September 2017))

Sasa Rasic

Während auf diversen Karibikinseln der Hurrikan Irma durchgefegt ist, steigt in Florida die Angst vor dem Sturm. Nachdem erste Berichte über Tod und Verwüstung im Atlantik erschienen sind, bemüht man sich in den USA um Evakuierungen. Als immer wahrscheinlicher gilt, dass «Irma» am Samstagabend (Ortszeit) auf den US-Staat Florida treffen könnte.

Die Behörden haben im Bezirk Miami-Dade, inklusive der Millionenstadt Miami, Zwangsevakuierungen von gefährdeten Zonen angeordnet. «Ich möchte, dass jeder versteht, um was es hier geht», sagt Floridas Gouverneur Rick Scott im Interview mit dem Fernsehsender ABC. Der Sturm könne der schlimmste werden, dem Florida je ausgesetzt gewesen sei, so Scott. Alle Einwohner sollten sich für drei Tage mit Wasser und Nahrungsmitteln eindecken.

Reiseanbieter bieten kostenlose Umbuchungen

Vom Schweizer Reiseanbieter Hotelplan Suisse befinden sich zurzeit rund 140 Kunden in den betroffenen Gebieten in der Karibik und in Florida; dazu kommen knapp 30 Personen beim Ferienhausvermittler Interhome. Zehn Reisende mussten bereits am Mittwoch von der Insel Key West im Süden Floridas evakuiert werden. Sie setzten ihre Rundreise frühzeitig fort oder traten die Rückreise früher an. Für weitere 30 Kunden in Miami und Florida Keys werde derzeit eine Lösung gesucht.

DER Touristik Suisse – zu dem die Marken Kuoni und Helvetic Tours gehören – berichtete von rund 100 betroffenen Gästen in der Karibik und knapp 50 weiteren in Florida. Das Unternehmen steht mit den Reisenden vor Ort in Kontakt. TUI Suisse sprach von knapp 130 Reisegästen in der Karibik – die meisten von ihnen in der Dominikanischen Republik. Nur wenige wollten frühzeitig zurückreisen, wie Sprecherin Bianca Schmidt sagte. Wer in der Reisedestination bleibe, werde regelmässig über die Gefahrenlage sowie Sicherheits- und Präventionsmassnahmen informiert. Alle drei Unternehmen gaben an, dass Personen, die demnächst in das vom Wirbelsturm betroffene Gebiet fliegen wollten, die Reise kostenlos umbuchen oder gegebenenfalls stornieren könnten. Dieses Angebot ist abhängig vom Reiseziel und zeitlich begrenzt.

Swiss streicht drei Flüge nach Miami

Derweil herrscht auf den Autobahnen auf der Nord-Süd-Achse bereits Stau. Für heute werden auf Floridas Strassen noch chaotischere Zustände erwartet. Der Flughafen Orlando kündigte an, den Betrieb morgen Nachmittag einzustellen. US-Fluglinien strichen bislang Dutzende Flüge. Derweil macht sich online in sozialen Netzwerken bei vielen US-Amerikanern Empörung breit. Grund: Die Preise für Flugbillette aus Florida heraus haben sich schlagartig vervielfacht. Zahlreiche werfen den Fluggesellschaften vor, von der Katastrophe profitieren zu wollen.

Die Fluggesellschaft Swiss kündigte am Donnerstag an, von Freitag bis Sonntag jeden Tag einen Flug von Zürich nach Miami und zurück zu streichen. Die Fluggäste werden auf die nächstmöglichen Gelegenheiten umgebucht. Die Flüge des Ferienfliegers Edelweiss finden nach Stand am Donnerstag wie geplant statt.