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USA: Das Haus des Schreckens

Zahlreiche offene Fragen nach einem furchtbaren Fund: In einem Einfamilienhaus in Kalifornien hielt ein Ehepaar wohl seit vielen Jahren seine 13 Kinder unter furchtbaren Zuständen fest.
Renzo Ruf, Washington
In diesem Haus hielt das Ehepaar seine 13 Kinder gefangen. (Bild: Sandy Huffaker/Getty (Perris, 15. Januar 2018))

In diesem Haus hielt das Ehepaar seine 13 Kinder gefangen. (Bild: Sandy Huffaker/Getty (Perris, 15. Januar 2018))

Renzo Ruf, Washington

Der Anruf kam in den frühen Morgenstunden des vergangenen Sonntags. Am Apparat war ein 17-jähriges Mädchen, das der Notrufzentrale sagte, sie sei gerade aus ihrem Elternhaus geflüchtet, in dem sie gefangen gehalten worden sei. Ihre zwölf Geschwister aber befänden sich immer noch in einem unscheinbaren Haus, am Rand der gesichtslosen Ortschaft Perris (Kalifornien), 90 Autominuten von Los Angeles entfernt. Einige ihrer Brüder und Schwestern trügen Fesseln.

Der Anruf war kein falscher Alarm, und die schier unglaubliche Geschichte hält seit Wochenbeginn Kalifornien im Atem. Die Polizisten des Riverside County Sheriff’s Department, die sich nach einem Gespräch mit der geflüchteten 17-Jährigen das Haus von David Allen Turpin (57) und Louise Anna Turpin (49) unter die Lupe nahmen, fanden «mehrere Kinder», die «mit Ketten» in einer «äusserst übel riechenden Umgebung» an ihre Betten gefesselt waren. Die Zustände seien «furchtbar» gewesen. Die Kinder wirkten dehydriert und unterernährt und sahen jünger aus, als sie waren, berichtete ein Sprecher des Sheriffs. Die Eltern wiederum hätten in einem ersten Gespräch mit der Polizei keine «logische Begründung» liefern können, warum sie ihre Kinder (im Alter von 2 bis 29) derart behandelt hätten. Sie wurden festgenommen, aufgrund des Verdachtes, dass sie ihre Sprösslinge gefoltert und die Gesundheit ihrer Kinder gefährdet hätten. Die Kaution wurde auf 9 Millionen Dollar festgesetzt – ein Betrag, der wohl sicherstellt, dass die Turpins vorderhand hinter Gittern bleiben. Denn angeblich kämpfte die Familie seit Jahren mit finanziellen Problemen.

Mutter und Vater waren nicht vorbestraft

Die Mutter sei «erstaunt» gewesen, als die Polizei am Sonntag auftauchte, berichtete Greg Fellows, ein Vertreter des Riverside County Sheriff’s Department, gestern an einer Pressekonferenz. In der Tat habe es zuvor nie Anlass für die Polizei gegeben, bei den Turpins vorzusprechen. Weder der Vater noch die Mutter seien vorbestraft. Angeblich betrieben sie in ihrer Privatresidenz, die sie 2014 gekauft hatten, eine private Schule; vorerst war aber unklar, ob sie ausser ihren eigenen Kindern auch noch andere Schülerinnen und Schüler zu Hause unterrichteten. James und Betty Turpin, die Eltern von David Turpin, die im Osten der USA wohnen, berichteten dem Fernsehsender ABC News, sie seien «überrascht und schockiert». Sie hätten die Familie ihres Sohnes aber seit einigen Jahren nicht gesehen.

Auch Nachbarinnen und Nachbarn zeigten sich höchst bestürzt über die Vorfälle an der Muir Woods Road in Perris, einer Sackgasse in einem anonymen Wohnquartier mit unscheinbaren Einfamilienhäusern. Zwar habe man immer das Gefühl gehabt, mit dieser Familie stimme etwas nicht. Aber man habe nie gesehen, dass sie missbraucht oder gar gefoltert worden seien, berichteten Nachbarn den lokalen Medien. «Ich wünsche mir, dass ich Ihnen erklären kann, warum das passiert ist», sagte der Polizist Greg Fellows gestern – aber derzeit habe das Sheriff Department keine Antworten auf die zahlreichen Fragen parat.

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