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USA: Es ist noch nicht überstanden

Der Hurrikan «Harvey» hat im Süden Texas eine Schneise der Zerstörung geschlagen. Die Gefahr ist aber noch nicht gebannt: denn nun drohen der Küste zwischen Corpus Christi und Houston tagelange Regenfälle.
Renzo Ruf, Washington
Der stärkste Hurrikan seit mehr als zehn Jahren hat die texanische Küste und Orte wie Rockport (im Bild) getroffen. (Bild: Nick Wanger/AP (Rockport, 26. August 2017))

Der stärkste Hurrikan seit mehr als zehn Jahren hat die texanische Küste und Orte wie Rockport (im Bild) getroffen. (Bild: Nick Wanger/AP (Rockport, 26. August 2017))

Renzo Ruf, Washington

Robert Jackson aus Rockport im Bundesstaat Texas, einer Küstenstadt am Golf von Mexiko, brachte es am Morgen danach auf den Punkt. Der Hurrikan Harvey sei das «aufreibendste Ereignis» gewesen, das er jemals durchlebt habe, sagte Jackson am Samstag dem Fernsehsender CNN. Stundenlang hätten Sturmwinde über Rockport – Einwohnerzahl: rund 10 000 – gepeitscht und für Verwüstung gesorgt. Und im Gegensatz zu früheren Hurrikanen oder tropischen Stürmen habe sich «Harvey» fast nicht von der Stelle bewegt: «Es war schlimm.»

In der Tat: Augenzeugen ­berichteten darüber, dass «Harvey» – beim Aufschlag auf die Küste von Texas ein Hurrikan der Kategorie 4 mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern pro Stunde – allein in Rockport Dutzende von Gebäuden zerstört habe. Fernsehsender zeigten überschwemmte Strassenzüge, zerstörte Stromleitungen und entwurzelte Bäume. Mehrere hunderttausend Menschen befanden sich in Häusern ohne Strom. Gerüchtehalber war von zahlreichen Todesfällen die Rede; der texanische Gouverneur Greg Abbott weigerte sich vorerst aber, diese Gerüchte zu bestätigen.

Bevölkerung wurde vielerorts evakuiert

«Harvey» hatte sich gestern zwar abgeschwächt, so wie dies bei Hurrikanen stets der Fall ist, wenn sie auf Land treffen – aber damit ist die Gefahr noch lange nicht gebannt. Der tropische Sturm sorgt entlang der Küste immer noch für chaotische Zustände. Denn die Wetterexperten des nationalen Hurrikan-Zentrums NHC rechneten gestern damit, dass der Sturm vielleicht bis am Donnerstag zu «sintflutartigen» und «katastrophalen» Regenfällen im Gebiet zwischen Corpus Christi und der Millionenmetropole Houston führen könnte. Die Rede war von Wassermassen, wie sie der Süden von Texas noch nie gesehen habe.

Grosse Teile der Küste wurden deshalb von der Bundes­regierung und der Regierung des Bundesstaates Texas zum Katastrophengebiet erklärt. In einzelnen Landkreisen entschieden die zuständigen Behörden, die Bevölkerung zu evakuieren.

Gouverneur Abbott, ein Republikaner, sagte am Samstag an einer Pressekonferenz, dass die lokale Bevölkerung immer noch sehr vorsichtig sein müsse. Die Gefahr von Überschwemmungen werde während der nächsten Tage weiter bestehen und dürfe nicht unterschätzt werden. Patrick Rios, ein Lokalpolitiker in Rockport, riet den Bewohnern seines Städtchens, vorderhand nicht zurückzukehren. Es sei viel zu ­gefährlich, sich wieder in Küsten­nähe zu bewegen. Ausserdem: «Warum wollen Sie zurückkehren? Wir haben keinen Strom. Die Mobilfunktelefone funktionieren nur sehr eingeschränkt», schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Trump lobt Zusammenarbeit

Die Bundesregierung versicherte derweil der betroffenen Bevölkerung, dass sie ihr zur Seite stehen würde. Präsident Donald Trump, der das Wochenende auf dem präsidialen Landsitz Camp David in Maryland verbringt, lobte die Zusammenarbeit zwischen den Katastrophenmanagern. «Wir überlassen nichts dem Zufall», schrieb er. Auch verkündete er, dass seine Regierung die Lehren aus dem Desaster gezogen habe, das 2005 die Stadt New Orleans (Louisiana) zerstört hatte.

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