USTER: War es der Emmer Täter?

Nach einem sexuellen Übergriff im Zürcher Oberland wurde ein Mann verhaftet. Ob seine DNA mit derjenigen im Fall Emmen übereinstimmt, zeigt sich in ein paar Tagen.

Drucken
Teilen
Stadthaus von Uster (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Stadthaus von Uster (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Alexander von Däniken

Ein Sexualdelikt aus dem Kanton Zürich lässt die Luzerner Strafverfolgungsbehörden aufhorchen. Zumal es möglicherweise weitere Opfer gibt, wie die Kantonspolizei Zürich gestern in einer Medienmitteilung schreibt. Das ist vorgestern Sonntag in Uster passiert: Eine Frau spaziert mit ihren Hunden um die Mittagszeit durch den Wald. Plötzlich hört sie Hilfeschreie. Sie rennt in Richtung der Schreie und sieht einen Mann nordafrikanischen Aussehens, der eine Joggerin mit Gewalt zu Boden drückt.

Mit Velo geflüchtet

Als sich die Frau weiter nähert, lässt der Mann vom Opfer ab und flüchtet mit einem Velo. Weil sofort eine Fahndung eingeleitet wird, können zwei Verkehrspolizisten der Kantonspolizei Zürich den mutmasslichen Täter verhaften. Es handelt sich um einen 28-jährigen, abgewiesenen Asylbewerber aus Marokko. Noch gleichentags meldet sich ein weiteres Opfer bei der Polizei, das ebenfalls in Uster durch einen Unbekannten sexuell angegangen worden ist. Darum schliesst die Kapo Zürich nicht aus, dass derselbe Mann noch weitere ähnliche Straftaten begangen hat.

Zählt auch die folgenschwere Vergewaltigung vom 21. Juli letzten Jahres in Emmen dazu? Damals riss ein unbekannter Mann eine 26-Jährige vom Velo, wobei sie sich eine Querschnittlähmung zuzog. Dann vergewaltigte er sie. Trotz Massen-DNA-Test konnte der Täter bisher noch nicht gefasst werden (wir berichteten). In einer Befragung im Oktober hat das Opfer seinen Peiniger als einen rund 1,70 bis 1,80 Meter grossen, schlanken Mann mit schwarz-braunen gekrausten Kopfhaaren beschrieben. Er spreche gebrochen Deutsch.

Kopp: «Sind mit Zürich in Kontakt»

Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft, sagt auf Anfrage: «Wir sind bereits mit Zürich in Kontakt.» Sexualdelikte werden automatisch in einer nationalen Datenbank erfasst. Das gelte auch für die DNA des jeweiligen Täters. «Wenn es eine Übereinstimmung gibt, kommt bei uns sofort eine Meldung», so Kopp.

Warten auf DNA-Treffer

Noch müssen sich die Luzerner Ermittler aber gedulden. Eine DNA-Probe ist zwar dem mutmasslichen Täter aus dem Zürcher Oberland bereits entnommen worden, wie Werner Schaub, Sprecher der Kapo Zürich, auf Anfrage erklärt. Das sei bei solchen Delikten auch Standard. «Allerdings dürfte es noch ein paar Tage dauern, bis die DNA ausgewertet ist.» Dann werde der genetische Fingerabdruck innerhalb von wenigen Stunden in die nationale Datenbank eingespeist. Ob es dann bei weiteren Behörden wie in Luzern einen Treffer gibt, «schliessen wir grundsätzlich nicht aus», sagt Schaub. Auch Simon Kopp ist auf das Ergebnis gespannt: «Das wäre ein unerwarteter, aber wichtiger Treffer. Ansonsten ermitteln wir weiter, bis wir den Täter haben.»