V-ZUG-CEO: Rellstab: «Hingis lieferte uns Spitzenquoten»

Am Podiumsgespräch des 5. «Gesichtspunkte»-Wirtschaftstreff sprach Werner Rellstab, der CEO der V-Zug, am Donnerstagabend über seine Firmenziele, Martina Hingis und auch über Spitzenköche.

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V-Zug-Chef Werner Rellstab (rechts) im Gespräch mit dem Leiter des Wirtschaftsressorts der Neuen Luzerner Zeitung, Stefan Waldvogel. (Bild Dominik Hodel/Neue ZZ)

V-Zug-Chef Werner Rellstab (rechts) im Gespräch mit dem Leiter des Wirtschaftsressorts der Neuen Luzerner Zeitung, Stefan Waldvogel. (Bild Dominik Hodel/Neue ZZ)

Rund 100 Wirtschaftsexponenten aus der Zentralschweiz folgten der Einladung zum Marktleader und Küchengiganten nach Zug. Im Ausstellungsgebäude «Zugorama» neben dem Hauptsitz und dem neu entstehenden Logistikgebäude wurden die Gäste empfangen und zu einem Rundgang mit unter anderem einer Vorführung des Zuger Spitzenkoches Stefan Meier («Rathauskeller»), der inzwischen mit neun Combi-Steamgeräten kocht. «Ich will ja möglichst wenig arbeiten», schmunzelte Meier, der nach der Demo gleich an ein grosses Catering seiner Firma nach Luzern abrauschte. «Auf Wiedersehen, ich muss dringend weg», hatte er noch schnell gesagt. «Von Krise keine Spur!»

Bereit für bessre Zeiten
Andere spüren die Krise mehr als nur zu gut. Werner Rellstab ist sich mit den meisten Exponenten klar, dass sie «noch sicher bis Mitte des kommenden Jahres» andauern wird. «Jetzt müssen wir schauen, dass wir sie Pflöcke einschlagen», sagte Rellstab im Podiumsgespräch, das Stefan Waldvogel, Leiter des Wirtschaftsressorts der Neuen Luzerner Zeitung, leitete. «Wir müssen bereit sein, wenn es wieder richtig los geht», fuhr Rellstab fort. «Es geht schlussendlich immer um Terraingewinn. Und den muss man sich hart erkämpfen. Denn niemand wartet da draussen einfach auf uns.»

Da draussen, etwa im Export? «Ganz genau», bestätigte Rellstab, der seit über 30 Jahren bei der V-Zug arbeitet und seit 14 Jahren deren operativer Chef ist. «Wir wollen den Exportanteil unserer Firma in den nächsten zehn Jahren markant steigern, bis gegen 100 Millionen Franken im Jahr.» Mit Deutschland und Hongkong habe man eben neue Verträge abgeschlossen und in Australien eine Filiale eröffnet. Als weiteres Ziel bezeichnete Rellstab die Behauptung der Marktleaderstellung: «Wir wollen ein Leader bleiben, der gewinnt. Vergleichbar mit Roger Federer.»

Federer nach Hingis?
Ist die Welt-Nummer 1 nach Martina Hingis etwa der nächste Werbeträger von V-Zug? Dazu sagte Rellstab nur ganz generell: «Es nicht auszuschliessen, dass wir wieder eine Einzelsportlerin oder einen Einzelsportler als Aushängeschild nehmen.» Schliesslich habe man mit Martina Hingis «trotz oder halt grad eben wegen dem Dopingfall» eine «noch nie dagewesene Medienpräsenz» gehabt. «Sie hat uns Spitzenquoten geliefert und den Bekanntheitsgrad unseres Unternehmens signifikant gesteigert.» Rellstab bedauerte den Hingis-Abgang unter diesen Umständen ausdrücklich. Derzeit setze man indes auf Spitzenköche wie eben Stefan Meier, Andreas Caminada («Schloss Schauenstein», Fürstenau), Ivo Adam («Seven», Ascona), Reto Mathys («Corviglia», St. Moritz).

André Häfliger, Zug