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VATIKAN: Papst gibt die Normen durch: Verbot für glutenfreie Hostien

In einem Schreiben an die Bistümer hat der Vatikan einige Normen für die Beschaffenheit der Hostien und des Messweins in Erinnerung gerufen. Die Strenge der Anforderungen überrascht.
Dominik Straub, Rom
Schauplatz Hostienproduktion (Symbolbild: Pius Amrein)

Schauplatz Hostienproduktion (Symbolbild: Pius Amrein)

Dominik Straub, Rom

Don Gianfranco Formenton, Priester des kleinen Orts San Martino in Trignano unweit von Spoleto in Umbrien, hatte bei seiner Aktion zweifellos nur die besten Absichten verfolgt. «Attenzione!!», schrieb er Anfang Juli auf seiner Facebook-Seite, «nach der Messe um 11 Uhr Aperitif mit Prosecco und Hostien und Chips für die Kleinen.»

Der Eintrag von Don Formenton hat in Italien weit über Umbriens Grenze hinaus Gesprächsstoff geliefert. Dabei wollte der sich zeitgemäss verhaltende Priester einfach seine Schäfchen animieren, am Sonntag zur Messe statt ans Meer oder ins Schwimmbad zu gehen. Es sind wohl Begebenheiten wie diese gewesen, die den Vatikan veranlasst haben, wieder einmal einige Pflöcke einzuschlagen bezüglich dessen, was bei der Herstellung und Beschaffenheit von Brot und Wein für die Eucharistie geht und was nicht. Prosecco gehört da schon einmal nicht dazu. Ein Dorn im Auge ist dem Papst aber vor allem der Umstand, dass Hostien und Messwein, die immerhin den Leib und das Blut Christi symbolisieren, auch in Supermärkten gekauft oder im Internet in spezialisierten Online-Shops bestellt werden können.

Tendenz zur Profanisierung

Eine gewisse Tendenz zur Profanisierung des geweihten Brots und des geweihten Weins ist nicht von der Hand zu weisen. «Angesichts des schwindenden Respekts vor dem Heiligen» fordert der Vatikan in einem am Wochenende veröffentlichten Schreiben die Bischöfe der ganzen Welt deshalb auf, «über die Qualität des für die Eucharistie bestimmten Brotes und Weines, sowie auch über jene, die mit der Zubereitung befasst sind, zu wachen».

Dazu müssten sie ihre Pfarrer anhalten zu überprüfen, wer in ihren Gemeinden für die Bereitstellung von Brot und Wein zuständig sei und ob die Produkte geeignet seien. Zudem müssten die Bischöfe die Hersteller von Brot und Wein für die Eucharistie über die einschlägigen Vorschriften informieren und über deren Einhaltung wachen. Sowohl bei der Hostie als auch beim Wein lautet das zentrale Gebot «Unverfälschtheit». Das Brot, das für die Eucharistie verwendet wird, muss ungesäuert und aus reinem Weizenmehl zubereitet sein. Glutenfreie Hostien sind deshalb nicht erlaubt; für Gläubige mit einer Gluten-Unverträglichkeit sind jedoch Hostien mit einem verringerten Glutengehalt zulässig.

Traubensaft nur bei Alkoholproblemen

Als «schweren Missbrauch» verurteilt die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, die das Schreiben im Auftrag des Papstes verfasst hat, das Beifügen von Früchten, Zucker oder Honig, wie es bei Supermarkt- oder Online-Hostien vorkommt. Gegen die Verwendung von genverändertem Weizen hat der Vatikan interessanterweise nichts einzuwenden. Beim Messwein wiederum sei darauf zu achten, dass dieser nicht schon sauer oder gar zu Essig geworden ist, heisst es in dem vatikanischen Schreiben. Der Wein darf laut Kirchenrecht nicht mit anderen Substanzen vermischt werden; Traubensaft ist ausnahmsweise zulässig, wenn ein Gläubiger oder der Priester ein Alkoholproblem haben sollte. Voraussetzung ist allerdings, dass die Gärung des Saftes mit natürlichen Methoden gestoppt wurde.

Als «Selbstverständlichkeit» taxiert die Kongregation die Forderung, dass es sich bei den Produzenten von Hostien und Messwein um «ehrliche Menschen» handle, die fachlich dazu in der Lage seien und über die erforderliche Ausrüstung verfügten.

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