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VERBRAUCH: Minergiemehrfamilienhäuser: Nicht so sparsam wie gedacht

Minergiemehrfamilienhäuser verbrauchen mehr Energie als geplant. Allerdings lohnt sich der Standard doch, weil solche Häuser doch energieeffizienter sind als herkömmliche Gebäude.
Bruno Knellwolf
Burgunder-Siedlung. (Bild: PD)

Burgunder-Siedlung. (Bild: PD)

Komfortlüftungen in modernen Häusern können wirklichen Komfort bieten. Im Optimalfall ist das Klima in künstlich belüfteten Häusern das ganze Jahr über ausgeglichen und angenehm. Feuchte Luft wird weggesogen, Schimmel sollte kein Thema sein, wenn die Belüftung denn richtig eingestellt ist und funktioniert. Allerdings darf der Bewohner die Fenster nicht öffnen. Das brachte schon von Beginn an Zweifler auf den Plan. Leben die Menschen wirklich mit geschlossenen Fenstern?

Nun zeigen Untersuchungen von Ingenieurbüros: Zu viel Energie verpufft durch geöffnete Fenster. Vor allem wenn Mieter in diesen Wohnungen leben, die sich nicht wie Eigenheimbesitzer mit dem Minergiehaus identifizieren. Unter dem Strich zeigt sich, dass Minergiemehrfamilienhäuser viel mehr Energie brauchen, als erwartet worden ist. Berechnet haben das die Ingenieure an den Überbauungen Brunnenhof in Zürich und Burgunder in Bern. Eigentliche Minergievorzeigeprojekte, die sogar noch nach einem höheren Standard gebaut worden sind, nämlich Minergie-P, Niedrigstenergiebauten, früher Passivhaus genannt.

Eineinhalbmal so viel wie geplant

Doch die beiden Mehrfamilienhäuser brauchen im Winter doppelt bis dreimal so viel Heizenergie wie geplant, wie Radio SRF gestern berichtet hat. Generell sei der durchschnittliche Verbrauch von Minergiewohnsiedlungen fast eineinhalb Mal so gross wie er sein dürfte. Für Marianne Zünd vom Bundesamt für Energie eine sehr eindrückliche Zahl. Dass der tatsächliche Energieverbrauch von Minergiehäusern höher ist als jeweils geplant, hatte schon eine Studie des Bundesamts für Energie gezeigt, die vor einem Jahr veröffentlicht worden ist. Über drei Viertel der Gebäude, die nach strengen kantonalen Vorschriften neu erstellt worden sind, verbrauchen demnach mehr Energie als geplant. Bei den Minergiemehrfamilienhäusern und Verwaltungsbauten waren es gemäss dieser BFE-Studie sogar zwei Drittel.

Zertifiziert wurden Gebäude aber aufgrund der Planungswerte, nicht wegen ihres wirklichen Energieverbrauchs. Auch vor einem Jahr wurde als Grund für den höheren Verbrauch das Lüften als Problem genannt. Nach einem ausgiebigen Bad wird das Badezimmer gelüftet und später die Heizung aufgedreht, um im T-Shirt in der Stube angenehm vor dem Fernseher zu sitzen. Und oft sind die Heizungs- und Lüftungsanlagen nicht richtig eingestellt.

Andreas Meyer, Geschäftsführer des Vereins Minergie, betont aber, dass Minergiehäuser dann doch noch deutlich weniger Energie verbrauchen als normale Häuser. Den Bewohnern Vorschriften zu machen, wie sie zu lüften und wie lange zu duschen hätten, hält Meyer für keine gute Idee. Aber eine gute Information der Bewohner könne helfen sowie optimale technische Einstellungen der Hausinstallationen.

Bruno Knellwolf

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