Drogen

Alarm vor Street Parade: In Drogen stecken Immer mehr unerforschte Substanzen drin

Stadt warnt vor folgenschwerem Betrug an Street Parade. Denn nicht immer ist drin, was drin zu sein verspricht.

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Zwei Raver an der letztjährigen Street Parade

Zwei Raver an der letztjährigen Street Parade

Keystone

Thomas Marth

Nicht allen Ravern genügt die Musik allein. Mit Drogen wollen sie sich zusätzlich in Stimmung bringen. Doch der Konsum birgt unkalkulierbare Risiken. «Es werden Substanzen als Ecstasy verkauft, die kein Ecstasy sind», sagt Donald Ganci, Betriebsleiter der städtischen Jugendberatung Streetwork, dazu.

Dies gelte für die Party-Szene allgemein und speziell für die Street Parade: «Sie enthalten zwar psychoaktive Substanzen, aber nicht den klassischen Ecstasy-Wirkstoff MDMA.» Grund für das gefährliche Phänomen ist laut Ganci, dass MDMA für die Hersteller nicht mehr so leicht verfügbar ist und sie daher auf andere Stoffe ausweichen.

K.O. durch zuviel Pillen

Die Wirkung der abgeänderten Pillen kann aber verzögert eintreten, was wiederum dazu führt, dass Konsumenten zu früh eine Pille «nachwerfen» beziehungsweise plötzlich zu viel Wirkstoff intus haben. Längerfristig besteht laut Ganci das Risiko, dass diese Ersatzsubstanzen bezüglich Schädlichkeit nicht erforscht sind. Auch Kokain, so Ganci, wird oft (90Prozent der analysierten Proben) mit anderen psychoaktiven Substanzen gestreckt.

Rund 100Raverinnen und Raver pro Parade lassen ihre Drogen darum sicherheitshalber vom Streetwork-Team testen. Andere wollen laut Ganci nur Informationen: «Wir sprechen jeweils mit 500 bis 1000 Leuten.» An der Street Parade ist der Test-Stand ab 13Uhr beim Bürkliplatz und ab 23Uhr in der Roten Fabrik präsent.

Die «grösste Problemsubstanz» ist laut Ganci aber an jeder Party der Alkohol. Umso mehr, wenn weitere Drogen dazu konsumiert würden: «Beim Mischkonsum verschiedener Substanzen ist die Wirkung nicht vorhersehbar.» Im Hinblick auf die grosse Party vom kommenden Wochenende hält Ganci fest: «Wenn es schon nicht ohne Drogen geht, soll man zumindest gut genährt an die Street Parade gehen, immer genug trinken und Pausen einlegen.» Das werde oft vergessen.

Suchttest nun auch für Jugendliche

Jugendliche, die sich über das Ausmass ihrer Sucht nicht im Klaren sind, können sich im Internet unter www.suchtprävention-zh.ch anonym selbst testen. Laut Mitteilung der Gesundheitsdirektion von gestern Dienstag wurde der bereits seit 2006 bestehende Test neu auf die Bedürfnisse Jugendlicher abgestimmt.