Weltreise

Alltagsproblemchen: Haare bleichen in Thailand

Evelyne Brader ist seit Sommer 2009 mit ihrer Familie auf Weltreise. Dass Alltagsprobleme auch weit weg von zu Hause auftreten können, beweist ihr neuster Blog-Beitrag: Ein Coiffeurbesuch in Thailand.

Drucken
Teilen
Alltagsprobleme auf Weltreise

Alltagsprobleme auf Weltreise

Die Braders Eine Familie, die ein ganzes Jahr zusammen auf Weltreise geht, ist speziell, keine Frage. Chef-Weltreisender ist Vater Reto, 44. Er arbeitete bereits längere Zeit im Ausland, unter anderem für Hewlett Packard im kanadischen Edmonton, wo auch die beiden Söhne zur Welt kamen. Reto ist Ingenieur der Elektrotechnik und führt einen MBA-Titel. Zuletzt hat er als General-Manager den Marktaufbau für Pixelmetrix in Europa und Asien geleitet. Mutter Evelyne, 39, ist Künstlerin und Galeristin und kommt aus Würenlos. Sie ist ausgebildete Bildhauerin und verkuaft ihre Arbeiten über führende Galerien. Andrin feierte seinen 13. Geburtstag auf der Queen Mary 2. Er steht auf Robbie Williams, Mr. Bean und Spongebob. Roman ist mit 12 das jüngste Familienmitglied, findet den kleinen Nils toll und spielt selber gerne Fussball - oder auch mal eine Schneeballschlacht. Die Reise kann auf verschiedenen Kanälen mitverfolgt werden: auf a-z.ch schreibt Evelyne Brader exklusiv von ihrer Reise. Und auf ihrer Website publizieren die Braders viele Fotos - und je ein persönliches Tagebuch. www.messageinabottle.ch  

Die Braders Eine Familie, die ein ganzes Jahr zusammen auf Weltreise geht, ist speziell, keine Frage. Chef-Weltreisender ist Vater Reto, 44. Er arbeitete bereits längere Zeit im Ausland, unter anderem für Hewlett Packard im kanadischen Edmonton, wo auch die beiden Söhne zur Welt kamen. Reto ist Ingenieur der Elektrotechnik und führt einen MBA-Titel. Zuletzt hat er als General-Manager den Marktaufbau für Pixelmetrix in Europa und Asien geleitet. Mutter Evelyne, 39, ist Künstlerin und Galeristin und kommt aus Würenlos. Sie ist ausgebildete Bildhauerin und verkuaft ihre Arbeiten über führende Galerien. Andrin feierte seinen 13. Geburtstag auf der Queen Mary 2. Er steht auf Robbie Williams, Mr. Bean und Spongebob. Roman ist mit 12 das jüngste Familienmitglied, findet den kleinen Nils toll und spielt selber gerne Fussball - oder auch mal eine Schneeballschlacht. Die Reise kann auf verschiedenen Kanälen mitverfolgt werden: auf a-z.ch schreibt Evelyne Brader exklusiv von ihrer Reise. Und auf ihrer Website publizieren die Braders viele Fotos - und je ein persönliches Tagebuch. www.messageinabottle.ch  

Ich finde einen modernen Salon, der mir optisch passt. Reto bemerkt: „Sind die französischen Haarpflege-Markenschlider echt oder auch nur Fälschungen?" Wie auch immer, es muss sein. Ich bin entschlossen, mein Haarschicksal fremden Händen zu überlassen und lasse mir einen Platz zuweisen. Vor jedem Stuhl hat es einen PC, auf dem man spielen oder websurfen kann. Finde ich cool, aber die Computer laufen nicht mehr (!)... Die Friseuse, die mich bedient, spricht kein Wort Englisch und so verständigen wir uns mit Händen und Füssen. Mal kommt die eine, mal die andere Dame und hie und da noch eine Dritte, um sich über das Befinden meiner zu bleichender Haare zu informieren.

Während ich so auf dem Stuhl sitze, kommt mir Mani Matters Lied in den Sinn, denn auch mich ergreift plötzlich ein „metaphysisches Gruseln". Die Vorstellung, dass mir nach der Behandlung die Hälfte der Haare abbrechen könnte und ich mit ungewollter Kurzhaarfrisur auf die Strasse treten müsste, bringt mich fast dazu das Geschäft zu verlassen. Doch ungleich Matter, entschliesse ich mich zum Durchhalten.

Ich sitze eine endlose Zeit auf dem Stuhl, während dem an mir herumgebastelt wird. Dann heisst es ,Waschen gehen‘. Die Coiffeuse zeigt mir, dass ich ihr folgen soll. Nebeneinander stehen zehn Liegebetten. Ich kraksle auf eines und lege meinen Kopf in das Spülbecken. „Diese Liegen sind nichts für ältere Damen", denke ich. Zum Glück zähle ich mich noch nicht zu diesen, das Heraussteigen aus der Liege ist mindestens so eine Verrenkübung.

Nun geht es zurück in den Saal, aber auf einen anderen Stuhl. Die Haare werden zusammen mit einer Pflegepackung von Hand entwirrt. Ich bekomme einen Turban umgebunden und eine Dampfmaschine wird mir über den Kopf gestülpt. Ich sitze und warte und lass den Dampf sein Ding verrichten. Meine Färbefrau kommt zurück und zeigt mir wieder auf, dass ich mich nochmals zum Spülen aufmachen muss. Dieses Mal meistere ich diesen komischen Liegesessel mit gekonntem Sprung.

Nach dem Waschen werde ich auf einen dritten Stuhl begleitet, in einem anderen Saal. Nun kommt eine neue Dame mit Schere bewaffnet und fragt, wie ich meine Haare geschnitten haben möchte. Ich erkläre ihr meinen simplen Schnitt und sie setzt die Schere an. Alles klappt bestens. Nun kommt wieder eine neue Frau, diese mit einem Föhn in der Hand und beginnt meine neue Haarpracht zu trocknen. Sie stellt sicher, dass alles schön geglättet ist, dann holt sie die letzte Dame, die mit der Schere und diese wiederum beginnt nun wieder meine Haare zu schneiden!

Zirka drei Stunden, vier Säle, fünf Stühle und sechs Coiffeusen später reicht man mir den Spiegel und ich bin positiv vom Ausgang überrascht. Nicht ganz Schweizer Standard, dafür Thai-Teamwork und besser als zuvor auf jeden Fall!