Dialog: Areva-Arbeiter verunsichert

Areva-Arbeiter verunsichert

Die Energietechnik-Firma Areva T&D in Oberentfelden kündigte einen Abbau von bis zu 140 Stellen an. Das ist jeder vierte Arbeitsplatz. Die Mitarbeiter sind zu Recht besorgt.

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Michael Hugentobler

«Es war ein grosser Fehler des Managements, immer wieder neue Mitarbeiter einzustellen, als die Krise schon in
vollem Gang war», sagt ein Arbeiter der Produktionsabteilung. Jetzt sei die Stimmung unter den Mitarbeitern gar nicht gut, sagt er weiter: «Jeder hat Angst, er könnte der Nächste sein, der den Job verliert.»

Die Marke Areva

Seit Juni gehört die Areva T&D mit weltweit rund 30000 Mitarbeitern in 100 Ländern den beiden Konzernen Alstom und Schneider Electric. Der Unternehmensname Areva T&D wird verschwinden, die Produkte werden jedoch weiterhin unter der Marke Areva vertrieben. Die Firma machte mit Produkten rund um die Energieübertragung und -verteilung letztes Jahr 5,5 Milliarden Euro Umsatz. Schwerpunkt am Standort Schweiz sind die gasisolierten Schaltanlagen für die Mittel- und Hochspannung. Dabei isoliert ein Schutzgas die Komponenten der Anlage. (kis)

Die Meinung eines Kollegen fällt ein wenig optimistischer aus: «Die Gewerkschaft fordert, dass es keine Massenentlassungen geben wird, somit werden viele Stellen wohl ausgelagert.» Er räumt jedoch ein, dass dennoch die eine oder andere Stelle gestrichen wird, und er befürchtet, es könnte ihn treffen.

Ein Vater von drei Kindern, ebenfalls in der Produktion bei Areva tätig, bangt gar um seine Existenz. «In meiner Situation arbeitslos zu werden, ist hart», sagt er. Er sei darum besorgt, mit den Leistungen der Arbeitslosenkasse überleben zu müssen, die um einiges tiefer wären als sein Lohn.

Zuversichtlich ist ein Mitarbeiter, der seit bald 40 Jahren im Betrieb tätig ist. «Ich habe das schon öfter miterlebt und bin optimistisch», sagt er.

Wegzug wäre Krisenszenario

«Wir bedauern diese schwierige Situation für die Mitarbeiter von Areva», sagt Max Haudenschild, Gemeindeschreiber von Oberentfelden. Welche Auswirkungen dies auf die Arbeitslosenquote in der Region haben könnte, sei nicht absehbar.

Vor 20 bis 30 Jahren habe man noch in der Nähe seines Arbeitsplatzes gewohnt, aber heute kämen die Arbeiter aus den verschiedensten Kantonen, und sogar aus Deutschland.

Im Fall eines Wegzugs der Firma Areva aus Oberentfelden sähen die Auswirkungen anders aus. «Fast 10 Prozent des Steuereinkommens würden wegfallen», sagt Haudenschild. Ein Verlust von über 600 Arbeitsplätzen würde gar einem Krisenszenario gleichkommen.