Herzzerreissend

Aus dem Nest gestossen: Storchenbaby eingeschläfert statt gerettet

Im solothurnischen Altreu wurde am Wochenende ein Jungtier von seinen Eltern aus dem Nest geworfen. Bis zur Erschöpfung harrte es tagelang auf einem Scheunendach aus. Weshalb haben es die Vogelschützer nicht gerettet?

Drucken
Teilen

Die drei Geschwister werden von den Eltern gefüttert, doch der kleine Storch sitzt hilflos und hungrig auf dem Dach. Ein flauschiges Häufchen Elend.

So ging das mehrere Tage lang.

«Vier Jungtiere sind schwierig für die Eltern»

«Entweder ist es krank oder einfach das schwächste Glied der vier», sagt Hanna Nägeli vom Storchen-Infozentrum Witi in Altreu gegenüber «Tele M1».

Vier Jungtiere aufzuziehen sei sehr schwierig für das Storchenpaar. Die Eltern hätten wohl deshalb entschieden, drei aufzuziehen und eines aus dem Nest zu stossen.

Das regionale Storchenzentrum wartete ab. Man wollte sehen, ob die Eltern ihr Jungtier vielleicht doch wieder zurück ins Nest holen. Doch diese Hoffnung schwindete bald.

«Wir überlassen es der Natur»

Das Storchenzentrum verzichtete auf eine Rettung des jungen Vogels. Eine Aufzucht von Hand wäre mehr als fraglich gewesen – dazu fehlt es derzeit an Erfahrung.

«Wir haben dieses Jahr über 300 Storchennester in der Schweiz – in diesem Sinne hat das Zentrum seinen Beitrag geleistet, die Störche wieder anzusiedeln», sagt Hanna Nägeli. «Deshalb überlassen wir das der Natur.»

Der kleine Storch wurde immerhin von seinem Leiden erlöst: Das erschöpfte Tier wurde am Montagmorgen eingeschläfert. (ldu)