Bischof ehrt die heillige Maria Bernarda

Zwei Chöre, die Kirchenchöre Auw und Hohenrain, sangen gestern zur Ehre der berühmtes- ten Auwer Bürgerin, der heiligen Maria Bernarda Bütler. Bischof Elmar Fischer aus Feldkirch weihte den Maria- Bernarda-Besinnungsweg ein.

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Bernarda

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Aargauer Zeitung

JÖRG BAUMANN
Rom bleibt unangefochten das Zentrum der römisch-katholischen Weltkirche. Aber das kleine Oberfreiämter Dorf Auw ist mit der Einweihung des Besinnungsweges für die heilige Maria Bernarda Bütler in der Hierarchie wohl ein Stück näher an Rom herangerückt. Kirchenpflegepräsident Andreas Gubler dankte den vielen Firmen und Privaten, die sich mit einem Beitrag für den Besinnungsweg eingesetzt hatten. «Aber die Spendenaktion geht weiter», sagte Gubler vielsagend. Die Kirchgemeinde wird sich laut Gubler weiterhin für das Andenken an die heilige Maria Bernarda und die Pflege des Wallfahrtsortes engagieren.

Projektleiter geehrt
Besonders dankte Gubler dem Kirchenpfleger Reto Jenny. Dieser zeichnete zusammen mit dem Auwer Dorfpfarrer Alphons Brunner verantwortlich für die Gestaltung des einen Kilometer langen Besinnungsweges rund um die Pfarrkirche. Den Weg säumen Glasstelen, die in der Glasi Hergiswil hergestellt und mit Informationen über den Lebensweg von Maria Bernarda Bütler beschriftet wurden.

Pfarrer Alphons Brunner bezeichnete den Besinnungsweg als weiteren Markstein im Wirken Gottes, der über die Landesgrenzen hinaus seine Wirkung entfalten werde. Elmar Fischer, Diözesanbischof in Feldkirch, zeigte sich erstaunt: «Die Gemeinde Auw ist so klein, dass kein Hinweisschild an der Autobahn den Weg nach Auw zeigt.» Umso schöner dünke ihn, dass eine einfache Bauerntochter vom Land ein so weltumspannendes Werk der Liebe gegründet habe. Auch im österreichischen Bundesland Vorarlberg, wo Fischer als Bischof wirkt, ist die Kongregation der Franziskanerschwestern von Maria Hilf, welche die Heilige aus Auw gründete, stark verankert. Österreichischen Boden betrat Maria Bernarda Bütler indessen nie. Ihr Wirkungsfeld entfaltete sie in Südamerika.

Die Liebe im Zentrum
Die Liebe zu Gott, zum Evangelium und zu den Mitmenschen habe Maria Bernarda Bütler angeleitet, sagte Bischof Fischer in seiner Festpredigt. Die wahre Liebe trachte danach, immer noch grosszüger zu werden. Der Mensch dahinter sei nicht so wichtig. Das habe die Heilige aus Auw vorgelebt. Sie lehre uns, dass in einer säkularisierten Welt der Konsum die Menschen nicht zufriedener machen könne. Exemplarisch habe Maria Bernarda Bütler gezeigt, dass einen jeder Verzicht und die Hingabe an eine Aufgabe der Auferstehung näherbringe. Diese Hingabe könne man auch im Beruf und in der Familie leben. Maria Bernarda Bütler habe das Beispiel dafür geliefert, dass man
in der Liebe ein «Leben mit Zugewinn» gestalten könne.

Die Hinterlassenschaft der heiligen Maria Bernarda könne man schlichtweg als «heilsame Alternative zu den damals zahlreichen Initiativen des Kolonialismus» betrachten, erklärte Bischof Fischer.

Nach dem festlichen Gottesdienst weihte der Bischof zusammen mit dem Dorfpfarrer Alphons Brunner, Jost Sigwart, Pfarrer im Maria-Bernarda-Heim, und vielen Gläubigen den Besinnungsweg ein.