Naturschutz

Braucht es 20 Millionen Franken für den Naturschutz?

Dem Schutz von Natur und Landschaft stimmen alle Parteien zu. Die SP verlangt 20 statt 10 Millionen Franken und überholt damit sogar die Forderungen der Grünen.

Drucken
Teilen
Wildpferde in einem Naturschutzgebiet in Deutschland (Archiv)

Wildpferde in einem Naturschutzgebiet in Deutschland (Archiv)

Keystone

Das alte Programm für den Naturschutz läuft aus und hat sich gut bewährt. Jetzt präsentiert die Regierung das neue unter dem Titel Natur 2020, das mit Kosten von 16,5 Millionen Franken rechnet. Nach Abzug der vom Bund erhofften, noch nicht zugesagten Beiträge bleiben für den Aargau knapp 10 Millionen Aufwand oder 2Millionen Franken jährlich.

Dabei geht es um den Landkauf für ökologische Vernetzungen, Lebensräume für Feuchtgebiete und Hochmoore und den Kampf gegen invasive fremdländische Pflanzenarten. Die grösste Summe kosten Beiträge an über 100 Projekte für die Vielfalt und Vernetzung der Natur in den Gemeinden. Begründet wird das Programm mit dem immer stärkeren Druck auf Natur und Landschaft durch das starke Wachstum von Siedlungen und Verkehr.

Doppelte Mittel

Die Pläne der Regierung genügen nicht allen: Bird Life Aargau verlangt die doppelten Mittel für die Biodiversität im Siedlungsraum und eine Aufstockung des Grosskredits um 1,4 Millionen Franken. Die Grünen verlangen 1,8 Millionen zusätzlich, um im Vergleich zu heute keine Abstriche vornehmen zu müssen. Deutlich überholt werden die Grünen bei den Forderungen von der SP Aargau, die eine Verdoppelung auf fast 20 Millionen Franken wünscht.

Damit könne der Kanton mindestens fünf statt nur zwei Hektaren Land pro Jahr kaufen und die doppelte Fläche an Lebensräumen sichern. Die Ökologie im Siedlungsraum müsse massiv verstärkt werden. Gesetzlich vorzuschreiben sei die naturnahe Gestaltung von Grünflächen bei öffentlichen Bauten sowie bei Industrie- und Gewerbebauten. Die Ökologie in den Hausgärten sei – falls nötig mit Anreizen – zu fördern.

Lob fürs Naturprogramm

Die bürgerlichen Parteien loben das neue Naturprogramm, so wie es vorliegt, denn es ist laut FDP «die konsequente Weiterführung von Natur 2010». Wichtiges Ziel sei es, die Lebensräume zu vernetzen und Arten zu fördern. Das Geld sei unter dem Vorbehalt der Bundesbeiträge zu bewilligen und ein effizientes Kostenmanagement zu führen.

«Wertvolle Fruchtfolgeflächen dürfen nicht dem Naturschutz geopfert werden», sagt die SVP und setzt auf Qualität statt Quantität. Eine Million Franken für 1100 Meter Amphibienzäune innert fünf Jahren sei wohl etwas hoch gegriffen. Auch die EVP befürchtet, die total 20 Hektaren Land könnten Fruchtfolgeflächen sein und damit zulasten der Bauern gehen.

Über die Aufwertung von Natur und Landschaft freut sich die CVP Aargau und sieht die Schwerpunkte in der Vernetzung und der Unterstützung der Gemeinden dafür. Für die BDP ist es wichtig, die Massnahmen im Einklang mit der Landwirtschaft durchzuführen, «denn die Bäuerinnen und Bauern leisten einen wichtigen Beitrag für eine naturnahe Bewirtschaftung». (Lü.)