Buchs sucht noch Lotsen

Auf der Mitteldorfstrasse in Buchs herrscht zügiger Verkehr. Für die Sicherheit der Schüler, die hier über die Strasse gehen, braucht es auch weiterhin dringend Lotsen.

Drucken
Teilen
Buchs sucht noch Lotsen

Buchs sucht noch Lotsen

Deborah Balmer

«Holz alänge», sagt Dorfpolizist Rolf Frei. Bis jetzt sei noch nie ein Unfall passiert. «Doch so weit darf es auch nicht kommen», so Polizist Frei, der eine schöne blaue Uniform trägt und den Lotsendienst im Auftrag der Gemeinde koordiniert. Eines ist für Rolf Frei klar: Für die Sicherheit der Buchser Kindergärtler und Primarschüler ist der Lotsendienst unverzichtbar. Einmal in der Woche steht Beatrice Fricker, eine der Freiwilligen, am Fussgängerstreifen beim Gysimattschulhaus. Hier herrscht viel Verkehr. «Es ist eine gefährliche Ecke», so Fricker. Viele Autofahrer seien gestresst.

Symbolische zehn Franken pro Einsatz

Derzeit ist der Lotsendienst in Buchs nicht gewährleistet: «Nächste Woche werden wir die neuen Einsätze planen», so Polizist Frei. Er zuckt mit den Schultern: «Bis jetzt hat sich nur eine neue Lotsin gemeldet. Dafür sind viele ausgestiegen.» Frei ist selber Vater. Dass ihm die Sicherheit der Buchser Kinder am Herzen liegt, beweist folgende Aktion: Höchstpersönlich hat er bei möglichen Helferinnen und Helfern an der Haustür geklingelt. Man kennt sich in Buchs, Frei weiss, wer vielleicht Zeit hätte und sich noch eignen würde. Seit etwa sechs Jahren gibt es in Buchs den Dienst: «Über die Jahre ist es immer schwieriger geworden, Freiwillige zu finden», so Frei. Bei seinen Hausbesuchen wurde er immer weniger erfolgreich.

Beatrice Fricker ist von Beginn an dabei: «Als mein ältestes Kind in die erste Klasse kam, bin ich eingestiegen – ich mag den Kontakt mit den Kindern.» Bis zu 170 Schüler – von der ersten bis zur fünften Klasse – lotst Fricker beim Gysimattschulhaus bei einem Einsatz über die Strasse. Dafür kriegt sie symbolische zehn Franken.

Andere Mütter sind zwar froh, dass ihre Kinder sicher über die Strasse kommen – beim Lotsendienst mitmachen wollen sie aber nicht. Teilweise mit gutem Grund: «Sie haben noch kleine Kinder zu Hause und sind deshalb gebunden», so Fricker. Auch Pensionäre machen mit. Polizist Frei beobachtet aber, dass auch diese sich immer weniger gern verpflichten: «Sie wollen den Ruhestand geniessen und bei schönem Wetter spontan eine Wanderung machen.»

«Im schlimmsten Fall stirbt das Projekt»

«Im schlimmsten Fall stirbt unser Projekt», befürchtet Frei. Umso schlimmer, weil er davon ausgeht, dass durch den neuen Staffeleggzubringer noch mehr Autos durch Buchs fahren werden.

Wie sieht es anderswo aus? Küttigen hat 19 Lotsinnen und 5 Springerinnen. Auch hier melden sich laut der Gemeinde immer weniger Freiwillige. «Die Bereitschaft ist nicht mehr da», sagt Tilly Walter, Präsidentin des Elternvereins, der seit zehn Jahren zuständig ist für den Dienst zur Sicherheit der Kinder.

Anders in Oberentfelden: Schulleiterin Tanja Gmür betont, dass die Kindergärtler und Primarschüler täglich über die Suhrerstrasse gelotst werden und alle Stellen ohne Schwierigkeiten besetzt wurden: «Unsere Lotsen sind Eltern, die vor Jahren eingestiegen und dann einfach geblieben sind», so Gmür. Laut Gmür bekommen sie für ihren Einsatz einen regulären Lohn.