Denkmalpflege

Denkmalpflege inspizierte den «Brestenberg»

Das ehemalige Schlosshotel in Seengen verlottert immer mehr und ruft kantonale Stellen auf den Plan Eine massive Abholzaktion brachte es ans Licht: Das ehemalige Schlosshotel Brestenberg in Seengen ist in einem bedenklichen Zustand. Dies ruft die Denkmalpflege auf den Plan. Gestern erfolgte ein Augenschein.

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Brestenberg - Denkmalpfleger nimmt Augenschein

Brestenberg - Denkmalpfleger nimmt Augenschein

Aargauer Zeitung

Fritz Thut

Der «Brestenberg», im letzten Jahrhundert ein feudales Schlosshotel mit europäischer Ausstrahlung, ist seit Januar 1981 für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich und verlotterte immer mehr.

Nachdem in den letzten Monaten ausser im Innenhof alle Bäume rund um das Gebäude abgeholzt wurden (wofür gemäss Auskunft der Seenger Bauverwaltung keine Bewilligung nötig war), sieht man das Gebäude - vor allem vom Hallwilersee her - wieder besser. Und dabei kamen verschiedene Baumängel an Dachkonstruktionen zum Vorschein.
Besorgte Bürger informierten die Medien.

Nachfragen bei der kantonalen Denkmalpflege ergaben, dass gemäss dem seit diesem Jahr gültigen Kulturgesetz unter Schutz gestellte Baudenkmäler von den Eigentümern «so zu unterhalten sind, dass deren Bestand dauerhaft gesichert ist».

Augenschein vor Ort

Nach einem Radiobericht im Regionaljournal Aargau-Solothurn nahm Manuel Kehrli von der kantonalen Denkmalpflege gestern Nachmittag vor Ort einen Augenschein vor. Mit dem Feldstecher und Estrichbegehungen wurden vor allem die Dächer genauestens inspiziert. Und der Experte konnte weitgehend Entwarnung geben: «Hier regnets nicht rein.» Beim jüngsten Anbau aus den 1990er-Jahren, der für Laien am schlimmsten aussieht, besteht eine dichte Unterbau-Isolierung.

Bei den älteren Teilen fehlen nur vereinzelt Ziegel. Kehrlis Fazit: «Die bedeutenden Gebäudeteile sind nicht akut gefährdet.» Trotzdem wird der Denkmalpfleger dem Eigentümer einen Brief schreiben und ihn auf die Unterstützungsmöglichkeiten des Kantons aufmerksam machen.

Investorensuche läuft weiter

Unabhängig von behördlichen Aktivitäten rund um den Zustand des «Brestenbergs» läuft weiterhin die Investorensuche für die definitive Rettung: Am 4. April 2008 wurde im Beisein von Landammann Peter C. Beyeler und Gemeindeammann Nelli Ulmi ein Projekt präsentiert, den «Brestenberg» zu einem 5-Stern-Hotel mit rund 250 Betten auszubauen.

Die Suche nach Investoren (man geht von einem Bedarf von rund 200 Millionen Franken aus) läuft weiter. Wie Rolf Möri, einer der Initianten, gestern gegenüber der AZ festhielt, steht man «kurz vor einem möglichen Abschluss». Bis zum Vertragsabschluss und dem Vorliegen der nötigen Garantien hat man mit den Interessenten ein Stillhalteabkommen vereinbart.