Schulanfang

Der Pedibus hat immer mehr Mitfahrer

Der «Bus auf Füssen» bringt Schulanfänger sicher zur Schule und soll Eltern davon abraten, Kinder zu fahren.

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Der Pedibus hat immer mehr Mitfahrer

Der Pedibus hat immer mehr Mitfahrer

Karen Schärer

Mit Beginn des neuen Schuljahrs steigt der Puls nicht nur bei Kindern, die neu in den Kindergarten oder in die Schule gehen, sondern auch bei ihren Eltern. Viele Mütter und Väter haben Angst, ihr Kind allein auf den Schulweg zu schicken – häufig zu Recht, denn kleine Kinder sind nicht fähig, gewisse Gefahren zu erkennen und einzuschätzen.

Die Folge: Viele Eltern chauffieren ihr Kind zur Schule. Gemäss einer Studie des Bundesamts für Strassen aus dem Jahr 2008 erfolgen zu Beginn der Schulzeit zehn Prozent der Schulwege als Mitfahrten im Auto.

Immer mehr Eltern können aber ihre Kinder ruhig ziehen lassen: Sie vertrauen die Kleinen dem Pedibus an. Die Idee des «Busses auf Füssen» ist simpel: Der «Bus», bestehend aus Kindern und erwachsenen Begleitern, spaziert entlang einer festgelegten Route und sammelt unterwegs Kinder an Pedibus-Haltestellen ein.

250 Linien in der Romandie

In der Romandie, wo das Projekt seit 20 Jahren propagiert wird, gibt es rund 250 offizielle Pedibus-Linien. In der Deutschschweiz begann der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) erst vor einem Jahr damit, das Projekt bekannt zu machen. Erfasst sind mittlerweile 30 offizielle Linien. Das System Pedibus dürfte aber bereits verbreiteter sein: «Die Dunkelziffer ist hoch, denn viele Interessierte holen sich bei uns Informationen, ohne uns nachher über die Einrichtung der Pedibus-Linie in Kenntnis zu setzen», sagt Christine Steinmann, Projektleiterin Verkehrssicherheit beim VCS. Die Resonanz auf das Projekt sei «sehr gut», sagt Steinmann. Die meisten Anfragen kommen aus Agglomerationsgemeinden.

Vorbildskanton Graubünden

Die Argumente pro Pedibus sind überzeugend: Kinder gewinnen schon früh Sicherheit im Verkehr, und sie bewegen sich an der frischen Luft. «Hinzu kommt der soziale Gedanke: Die Kinder gehen zusammen in der Gruppe», fügt Steinmann an. Meist wechseln sich Eltern dabei ab, die Kinder auf dem Schulweg zu begleiten. «Interessant könnte aber auch der Einbezug von Senioren sein», sagt Steinmann.

Verschiedene Kantone haben das Projekt Pedibus in ihre Aktionsprogramme im Kampf gegen das Übergewicht bei Kindern aufgenommen. Der Kanton Graubünden, beispielsweise, informierte die Schulbehörden in sämtlichen Gemeinden über Pedibus. Der Kanton bietet Gemeinden fachliche und finanzielle Unterstützung, um den Anteil der Kinder, die den Schulweg zu Fuss zurücklegen, zu erhöhen.

www.pedibus.ch