Gemeindeammann: «Das ist eine super Werbekampagne»

Gemeindeammann der schlechtesten Gemeinde der Schweiz: «Das ist eine super Werbekampagne»

Kurt Bloch-Christ ist der Gemeindeammann von Mümliswil-Ramiswil. Seit das Dorf als schlechteste Gemeinde bekannt ist, muss er den Medien Red und Antwort stehen. Bloch nimmt den Rummel gelassen.

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gemeindeammann kurt bloch-christ mümliswil-ramiswil

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842 Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern hat die Schweiz. Sie alle mussten sich nun dem Rating eines Immobilienbüros stellen.

Und wie jede Rangliste kennt auch diese eine rote Laterne. Sie geht in das solothurnische Mümliswil-Ramiswil. Für den Gemeindeammann Kurt Bloch-Christ heisst das: Interviewmarathon. Lokalfernsehen, Radiosender, Zeitungen und gar das Schweizer Fernsehen wollen ihn kennen lernen, den Verantwortlichen der schlechtesten Gemeinde der Schweiz.

«Natürlich schreibt Mümliswil-Ramiswil ein Defizit»

Und wie reagiert Bloch? Er freut sich über die Aufmerksamkeit: «Der ganze Rummel fühlt sich gut an. Das ist eine super Werbekampagne für unsere Gemeinde.» Das miserable Abschneiden von Mümliswil überrasche ihn gar nicht.

Die Gemeinde sei nicht reich, «das Budget natürlich schlecht. Die laufende Rechnung ist im Defizit». Den Grund für die im Argen liegenden Finanzen sieht Bloch beim Lastenausgleich: «Hier leben Leute, die wenig verdienen. Weil aber alle Gemeinden denselben Fixbetrag in den Lastenausgleich einzahlen, verschwindet bei uns auf Anhieb ein Drittel des Budgets in der sozialen Wohlfahrt.»

«128 Prozent sind ein attraktiver Steuersatz»

Bei einem Steuerbetrag über 4,8 Millionen Franken bleibe da nicht mehr viel übrig für die 2500 Einwohner zählende Gemeinde.

Trotzdem ist für Kurt Bloch-Christ seine Gemeinde überaus attraktiv: «Unser Steuersatz über 128 Prozent ist der tiefste in der ganzen Region, wir sind gut an den Verkehr angeschlossen und bieten alles, was man zum leben braucht: Lebensmittel, einen Coiffeur, Schulen, sogar eine Drogerie.» (mik)