Loveparade

Loveparade-Veranstalter sollen Druck auf Stadt Duisburg ausgeübt haben

Die Bilder der Massenpanik an der Loveparade in Duisburg sind immer noch präsent. Nun zeigt sich: Die Veranstalter sollen laut Medienberichten Druck auf die Stadt ausgeübt haben, damit die Veranstaltung doch stattfindet.

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19 Tote an der Loveparade in Duisburg
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 Der Organisator der Loveparade Rainer Schaller

19 Tote an der Loveparade in Duisburg

Er will nicht gehen - aber vielleicht muss er doch bald zurücktreten. Adolf Sauerland - Oberbürgermeister von Duisburg - soll laut dem Deutschen Nachrichtenmagazin «Spiegel» vom Planungschaos im Vorfeld der Love Parade gewusst haben.

Darüber hinaus soll es Hinweise geben, die darauf hindeuten, dass Veranstalter Rainer Schaller und die frühere Landesregierung Druck ausgeübt haben, damit die Veranstaltung durchgeführt wird.

Loveparade-Absage hätte Duisburg «geschadet»

So soll laut «spiegel.de» eine von Schallers Firma Lopavent beauftragte Anwaltskanzlei auf eine «Sonderschutzerlaubnis» gepocht haben. Diese hätte auf den «immensen wirtschaftlichen aber auch ideellen Schaden für Veranstalter, die Metropole Ruhr und die Stadt Duisburg» hingewiesen, sollte die Veranstaltung abgesagt werden. Wenig später gab die Stadt grünes Licht für die Veranstaltung.

Der «Spiegel» beruft sich in seinem Bericht auf vertrauliche Anhänge eines 32-seitigen Zwischenberichts zur Katastrophe mit 21 Todesopfern vor. Daraus geht hervor, dass die Untere Bauaufsicht am 14. Juni - also sechs Wochen vor der Love Parade - in einem Brief deutlich darauf hingewiesen habe, dass weder einen «Lageplan» des Geländes noch ein «zielorientiertes Brandschutzkonzept» geschweige denn eine Endfassung des Sicherheitskonzepts vorliege. Eine Kopie des Schreibens soll offenbar auch Sauerland erhalten haben.

Tragisch: Seit dem Drama an der Loveparade in Duisburg schieben sich Stadt, Veranstalter und Polizei gegenseitig die Schuld für die Massenpanik zu.