Organisierte Kriminalität

Mafia ist auch in Krisenzeiten Italiens stärkstes Unternehmen

Die Mafia ist auch in Krisenzeiten Italiens stärkstes Unternehmen. Das organisierte Verbrechen erwirtschaftet in Italien jährlich 90 Milliarden Euro. Das entspricht sieben Prozent des italienischen Bruttoinlandprodukts (BIP).

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Ein Mafia-Buss wird verhaftet (Archiv)

Ein Mafia-Buss wird verhaftet (Archiv)

Keystone

Das Hauptgeschäft machen Drogenhandel, Wucher und Erpressungen aus, wie einem Bericht des italienischen Handelsverbandes "Confesercenti" hervorgeht. Allein damit verdienen die Clans jährlich 40 Milliarden Euro.

Die reichste Mafia-Organisation ist die kalabresische 'Ndrangheta, die mit ihren kriminellen Geschäften 2009 einen Umsatz von 44 Milliarden Euro generierte, knapp drei Prozent des BIP. Diese Schätzung hat der Staatsanwalt von Reggio Calabria, Nicola Gratteri, in seinem neuen Buch "La Malapianta" veröffentlicht.

Das Geld stamme vor allem aus dem Drogenhandel, so der Autor, der zu den angesehensten Experten zählt. Die kalabresische Mafia verdiene damit jährlich so viel, wie Estland und Slowenien zusammen erwirtschafteten.

"Von der Nahrungsmittelindustrie über den Tourismus, bis zur Immobilien- und Finanzbranche, die organisierte Kriminalität konsolidiert sich in allen wirtschaftlichen Bereichen des Landes", heisst es in dem Bericht des Handelsverbandes. Aufgezeigt werden auch Verbindungen zwischen italienischen Konzernen, vor allem jenen, die im Infrastrukturbereich aktiv sind, und der Mafia.

"Viele dieser Unternehmen bevorzugen es, mit der Mafia eine Einigung zu finden, statt deren Erpressungen anzuzeigen", heisst es weiter.