Köpfe
Männer und Frauen unserer Region, die 2009 im Rampenlicht standen

Die Köpfe des Jahres 2009 der Region Aargau Ost. Darunter sind Kulturschaffende, Politiker, Wirtschaftsleute. Menschen, die man kennt und andere, die es vorziehen, im Hintergrund zu wirken.

Drucken
Teilen
Köpfe des Jahres - Aargau Ost
20 Bilder
Marco Tommasini Über 6 Millionen Franken Rentenkapital hat ein Berater des gewerkschaftlich organisierten Patronato Inca von Konten italienischer Rentner in der Schweiz abgezweigt. Seit Frühjahr organisisert der Wettinger Marco Tommasini den Kampf der Renter um ihr Geld. Ein schwerer Kampf, denn vor allem Politiker und Gewerkschafter zeigen gegenüber den Geschädigten sehr wenig Solidarität. (dm)
Marcel Meier Der 32-jährige Marcel Meier aus Endingen ist während 6 Monaten und 7 Tagen über 5000 Kilometer gelaufen. Meier marschierte auf dem Jakobsweg von Rorschach nach Santiago de Compostela und wieder zurück.Der Endinger hat auf seiner Reise Abenteuerliches erlebt, beispielsweise musste er in Frankreich vor einem Stier flüchten. Er ist mit 24 Kilogramm weniger auf den Rippen, dafür um viele Erfahrungen reicher in die Heimat zurückgekommen. (EWA)
Alexandra Berner Vor 12 Jahren begann Alexandra Berner mit dem Aufbau der Gymnastikgruppe Bözen. Die jungen Frauen haben in dieser Zeit eine ganz bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. Dank intensivem Training erzielten sie unter Berners Leitung immer wieder herausragende Wettkampf-Ergebnisse. Im vergangenen Jahr errangen sie zwei Aargauer Meistertitel und als Krönung im September den Schweizer Meistertitel in der Gymnastik mit dem Handgerät Reif. (pbe)
Duscha Kistler Sie ist blond, blauäugig und herzlich: So hat man Duscha Kistler auch am 7. «Fantoche»-Festival erlebt. Die künstlerische Leiterin und ihr eingeschworenes Team haben Baden im September erneut zu einem Animationsfilm-Mekka geadelt. Sie hoffe auf «viele glückliche Menschen im Kino», hatte Duscha Kistler zuvor gesagt. Sie hat 31000 Glückliche gesehen – 6000 mehr als 2007. Der Elan und die Freude der zierlichen «Missis Fantoche» wirkten offenkundig beflügelnd. (EF.)
Otto H. Suhner «Als wir 2003 bei einer Ausstellung zur Vision Mitte gesehen hatten, dass Teile der Kabelwerke keinen Platz mehr haben sollten, haben wir beschlossen, auf den Zug der Vision Mitte aufzuspringen», stellte Otto H. Suhner, der Präsident des Verwaltungsrates der Gruppe Brugg, kürzlich fest. «Wir beschlossen damals, Schub zu geben. Wir wollten die Ersten sein.» Mit dem Bezug des 50-Millionen-Franken-Projektes des Flex-Gebäudes ist dieses Ziel jetzt erreicht worden. (lp)
Stephanie Kaufmann Seit Monaten herrscht Unruhe im Regionalen Alterszentrum Fislisbach. Hintergrund sind gehäufte Abgänge augrund von zumeist langjährigem Personal, die auf Druck der Heimleiterin zustande kamen. Statt sich um das Problem zu kümmern, deckt der Vorstand unter Kaufmann, Niederrohrdorf die Heimleiterin und übt Kritik an der Öffentlichkeit. Kaufmann wird mit dem Ausscheiden aus dem Niederrohrdorfer Gemeinderat auch das Vorstandspräsidium abgeben wird. (atp)
Brigitta Luisa Merki Wer Brigitta Luisa Merki bei den Proben mit Flamencos en route erlebt, erliegt ihrer Ausstrahlung. Welche Kraftquelle sprudelt bloss seit 25 Jahren unentwegt für die Choreografin und Leiterin der Flamencos? Keine Ahnung. Hauptsache sie sprudelt – im Jubiläumsjahr erst recht. Gleich drei Produktionen hat Merki heuer gestemmt: In Königsfelden, Winterthur und Baden. Mich persönlich hat die jüngste im Badener Theater im Kornhaus besonders berührt: Welche Grandeur! (EF.)
Rico Spring
Lino Burkard Der Würenlinger Lino Burkard lancierte zusammen mit Martin Baggenstos eine Unterschriftensammlung gegen das geplante Holz-Heizkraftwerk in Würenlingen. Die Petition warf hohe Wellen: Fast die Hälfte der Stimmberechtigten – 1220 an der Zahl – unterschrieben. Im Namen der Unterzeichneten bat Burkard den Gemeinderat bei der Übergabe der 295 Bogen darum, alles Mögliche zu tun, damit die Bauherrschaft auf die Realisierung dieses Projekts verzichtet. (mhu)
Felicitas Gadient 2007 sprach Felicitas Gadient über ihre Pläne mit der Orchestergesellschaft Baden (OGB), die sie seit 2001 leitete. Dann änderte sich ihr Leben von einem Tag auf den andern: Die junge Dirigentin erkrankte schwer. «An eine Rückkehr dachte ich überhaupt nicht», bekannte sie kürzlich und kündigte ihre Rückkehr an. Eben erst hat sie ein Konzert, im Rollstuhl sitzend, dirigiert, «ein beglückendes Erlebnis». Ab Frühling 2010 wird Felicitas Gadient erneut die OGB leiten – bewundernswert. (EF.)
Edith Rammer Fast genau 10 Jahre hat das Gastspiel der österreichischen Gynäkologin im Aargau gedauert. Mehrmals mussten Patientinnen notfallmässig von ihrem Operationstischin Baden ins Kantonsspital eingeliefert werden. In der Folge hat ihr der Kanton die Berufbewilligung entzogen. Rammer trat eine Stelle in Deutschland an. Dort wurde ihr gekündigt, weil sie unkorrekte Arbeitspapiere vorgelegt hatte. Seither ist sie in Österreich. Im Oktober wurde, ihre Praxis versteigert. (dm)
Peter Trachsel «Die Expo Brugg-Windisch ist Marketing von Mensch zu Mensch», betonte Peter Trachsel, der OK-Chef der vom Zentrum Brugg und vom Gewerbeverein Windisch organisierten Gewerbeausstellung Expo Brugg-Windisch 2009. Von der Möglichkeit dieses Marketings von Mensch zu Mensch – und das in gediegenem Rahmen – hatten 170 Aussteller Gebrauch gemacht. Belohnt wurden sie durch einen riesigen Zustrom begeisterter Besucherinnen und Besucher. (lp)
Stefanie Tanner In Klingnau wohnt eine Biologie-Expertin: Stefanie Tanner.Die ehemalige Kantischülerin hat sich an der schweizerischen Biologie-Olympiade spielend gegen 627 Konkurrenten durchgesetzt und den ersten Platz erzielt. Das berechtigte sie, im Juli an der Internationalen Biologie-Olympiade in Japan teilzunehmen. Über 200 Jugendliche aus 56 Ländern massen sich in Wissen zu allen Gebieten der Biologie. Die damals 19-jährige erlangte eine Silbermedaille. (EWA)
Fabian Vogler «Der Moment auf der Bühne war überwältigend», sagt der 20-jährige Fabian Vogler aus Baden. Der erfolgreiche junge Berufsmann hat Anfang September an den Berufsweltmeisterschaften im kanadischen Calgary die Goldmedaille in der Sparte Web-Design gewonnen. 9 Monate hat der Berufsweltmeister im Webdesign sich nach seiner Lehrzeit als Informatiker bei der Stadt Zürich auf den Wettbewerb vorbereitet. Nun bildet er sich an der Fachhochschule weiter. (atp)
Peter Züllig Dem Informatik-Pionier bei der Stadt Baden wurde mit der Gesamtprojektleitung für den Zusammenschluss von Baden mit der Gemeinde ein verantwortungsvoller und sehr wichtiger Job übertragen. Unter der Regie des Rütihöflers haben die Abteilungschefs der beiden Verwaltungen die Grundlagen für den Zusammenschlussvertrag erarbeitet. Dass bis jetzt alles reibungslos über die Bühne gegangen ist, daran hat Züllig zweifellos grosses Verdienst. (-rr-)
Marc Urech Marc Urech sprüht vor Begeisterung: Seit 2001 leitet er das Siggenthaler Jugendorchester (SJO). Der Klarinettist, Mitbegründer der Musikwerkstatt Windisch-Brugg, war schon als Bub «angefressen» vom SJO. Der 43-köpfige Klangkörper und sein Dirigent betreiben Teamwork der Extraklasse. Wie sehr, war auch 2009 zu erleben: Das SJO feierte sein 30-Jahr-Jubiläum mit vier fulminanten Konzerten. (EF.)
Peter Andres
Edith Saner
Santhori Obwohl es in Bad Zurzach noch keinen Golfplatz gibt, fand im Kurort bereits im Juli ein Golfturnier statt. Der Performance-Künstler Santhori, der selbst begeisterter Golfer ist, hat das Golfturnier für einen guten Zweck organisiert. In wochenlanger Arbeit entstand auf den Sportanlagen der Solvay AG ein 3-Loch-Golfplatz. Das Charity-Turnier hat 3015 Franken eingebracht, die dem Haus Goldenbühl – einer Einrichtung für Schwerstbehinderte – zukamen.(EWA)

Köpfe des Jahres - Aargau Ost

Peter Belart

Vorweg dies: Wer sich ins Rampenlicht stellt, riskiert auch zu scheitern. Sei es aufgrund eigener Schwächen oder wegen ungünstiger äusserer Umstände. Im Kleinen haben wir das wohl alle schon erfahren müssen. Und doch wäre es wohl falsch, sich aufgrund derartiger Risiken ins Schneckenhaus zurückzuziehen und sich jeglicher Aktivitäten zu enthalten. Viele Beispiele, auch solche auf dieser Seite, zeigen auf, wie sehr sich unsere Gesellschaft, das ganze öffentliche und auch individuelle Leben, auf Persönlichkeiten stützt, die sich einen Schritt vorwagen mit dem Willen, im Kleinen oder im Grösseren etwas zu wagen, etwas anzustossen, etwas mit aller Energie voranzutreiben.

Manchmal kommt man sich angesichts der grossen Probleme unserer Erde etwas verloren vor. Kleinmut kann aufkommen. «Ich allein kann ja doch nichts bewirken.» Wer kennt nicht diese fatalistische Haltung! Und doch lehrt die Geschichte, dass dem nicht so ist. Immer wieder haben einzelne Menschen Grosses bewegt: Martin Luther King, Michail Gorbatschow, Mahatma Gandhi, Nelson Mandela oder Anwar al Sadat können Beispiele dafür sein.

Hier befinden wir uns nicht auf der Weltbühne, sondern in unserem enger begrenzten Lebensraum. Auch in diesem Umfeld leisten Jahr für Jahr viele Menschen Herausragendes.

Einige davon haben wir ausgewählt und präsentieren sie in exemplarischem Sinne auf dieser Seite. Es sind Kulturschaffende, Politiker, Wirtschaftsleute, Menschen, die man kennt und andere, die es vorziehen, im Hintergrund zu wirken. Andere hätten es ebenfalls verdient, hier gewürdigt zu werden. Viele kleine Initiativen - bis hinein in die engste Familie - dringen ja gar nicht an die Öffentlichkeit. Gemeinsam stehen sie für die Aufforderung, sich aus dem Grau des Nichtstuns, der Gleichgültigkeit, der gesichtslosen Masse zu lösen, den Schritt ins «Rampenlicht» zu wagen - auf die Gefahr hin, auch einmal zu scheitern.

Aktuelle Nachrichten