Schiffbrüchiger
Mexikanischer Fischer überlebt 13-monatige Irrfahrt auf dem Meer

Eigentlich wollte der Mexikaner Jose Ivan Salvador Albaniaga mit seinem Schiff nur kurz vor die Küste El Salvadors Haie jagen. Daraus wurde eine einjährige Irrfahrt, die nun auf den Marshallinseln endete, 12500 Kilometer von seiner Heimat entfernt.

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Der Fischer Jose Ivan Salvador Albaniaga hat eine einjährige Irrfahrt auf dem Meer hinter sich.

Der Fischer Jose Ivan Salvador Albaniaga hat eine einjährige Irrfahrt auf dem Meer hinter sich.

AFP

«Ich will zurück nach Mexiko», sagte der Fischer Jose Ivan Salvador Albaniaga, als er am Sonntag auf dem Ebon-Atoll auf ein Patrouillenboot stieg, ziemlich als erstes. Von dort sollte er zur Hauptinsel Majuro gebracht zu werden.

Man kann den Fischer aus Mexiko irgendwie verstehen, schliesslich hat er eine einjährige Irrfahrt hinter sich.

Ivan war am 24. Dezember 2012 mit einem Begleiter in Mexiko in See gestochen, um vor der Küste von El Salvador Haie zu fangen. Dann ging offenbar der Motor des Bootes kaputt. Das gut sieben Meter lange Fiberglasboot trieb antriebslos umher. Sein Begleiter starb nach Ivans Angaben auf See.

Er ass Vögel und trank Schildkrötenblut

Ivan aber überlebte den Höllentrip. Er habe Schildkröten, Vögel und Fische gegessen, erklärte er. Wenn es kein Regenwasser gab, habe er das Blut von Schildkröten getrunken. Die Vögel und die Schildkröten will er mit blossen Händen gefangen haben, der er kein Fischerzeug dabei hatte. Womit er eigentlich Haifische jagen wollte, das weiss nur er.

Letzten Donnerstag nahm die Irrfahrt dann ein Ende. Ivan wurde ausgemergelt und nur mit einer zerfetzten Unterhose bekleidet vor der Küste von Ebon aus an Land gespült. Die Insel liegt rund 12'500 Kilometer von seiner Heimat entfernt.

Die Knie schmerzen

Nach seiner Rettung gaben ihm die Inselbewohner zu essen. Am Montag fuhr er, wie gesagt, mit dem Schiff nach Majuro. Dort soll er als erstes von einem Arzt untersucht werden. Die Knie schmerzen, Ivan kann sich kaum auf den Beinen halten.

Auf den Marshallinseln werden immer wieder Schiffbrüchige angespült. 2006 wurden auf dem Inselstaat im nördlichen Pazifik schon einmal drei mexikanische Fischer aus Seenot gerettet. Sie waren neun Monate auf dem Meer unterwegs gewesen.