Mit dem Gratisvelo zur Arbeit

Bisher gab es Gratisvelos vor allem in Städten. Nun soll dieses Konzept auch im Zurzibiet eingeführt werden. Es braucht nur grünes Licht der Gemeinden und zahlungswillige Firmen.

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Martin Rupf

Nach Feierabend mit dem Gratisvelo nach Hause fahren, das Velo vor dem Haus abstellen und am nächsten Morgen wieder zum Bahnhof radeln: Das könnte im Zurzibiet schon bald möglich sein.

An der Vorstandssitzung des Planungsverbandes Zurzibiet nutzte die Firma Ansatz Werbung die Gelegenheit, den Gemeindeammännern ihr Mobilitätskonzept vorzustellen. «Fahrradselbstverleihe haben sich vor allem in Grossstädten bewährt. Nun wollen wir die Idee in die ländliche Region tragen», sagte Annette Lindenberg, Ansatz-Filialleiterin in Bad Zurzach.

Velos nicht in den Keller stellen

Und so funktioniert das Konzept: Das Zurzibiet soll 600 Velos erhalten – verteilt über die Gemeinden. An zentralen Orten wie Bahnhöfen, Bushaltestellen oder Dorfzentren sollen Velostützpunkte eingerichtet werden. Die Fahrräder sind nicht abgeschlossen und stehen jedermann gratis zur Verfügung. «Damit das Ganze funktioniert, müssen sich die Benutzer natürlich an die Regeln halten», sagt Lindenberg. Will heissen, die Fahrräder dürfen nicht abgeschlossen oder in einen Keller gestellt werden.

Das Angebot richte sich an Arbeitnehmer, Bewohner und Schüler, sagt Lindenberg. «Es ist zudem erwiesen, dass die Velodiebstahlrate bei einem solchen Konzept deutlich sinkt.»

Entworfen werden die Velos von der Fachhochschule Nordwestschweiz. «Es wird sich um robuste Allround-Velos handeln», stellt Lindenberg in Aussicht.

Sollte doch einmal ein Defekt auftreten, wäre ein Reparaturmobil vorgesehen. Dieses käme auch zum Einsatz, um eine regelmässige Verteilung der Velos über das Zurzibiet zu gewährleisten.

Gemeinden entstehen keine Kosten

Damit die Idee in die Realität umgesetzt werden kann, müssen möglichst viele Zurzibieter Gemeinden grünes Licht geben. Denn nur bei einer grossen Beteilung lässt sich das Konzept umsetzen. Geld müssen die Gemeinden dabei keines in die Hand nehmen. Das Konzept soll sich über Werbeflächen auf den Velos finanzieren. «Wir lancieren das Ganze erst, wenn wir für die ersten Velos Zusagen von Werbefirmen haben», erklärt Annette Lindenberg.

Regionalplanerin Dunja Kovari reagierte positiv auf den Vortrag. «Die Idee passt hervorragend zum Zurzibiet – denkt man zum Beispiel nur an die Radsporttage in Gippingen», sagte Kovari zum Abschluss der Vorstandssitzung.