Bilder in DC Aarau; Photo mit rot bemützter Dame ist am besten
«Nach Küttigen? Zu wenig weit!»

Zu Fuss statt im Taxi: Weil die Strecke von Aarau nach Küttigen zu kurz sei, verweigerten zwei Taxifahrer Thomas Steiner die Fahrt. Damit haben sie gegen das Taxireglement verstossen.

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«Nach Küttigen? Zu wenig weit!»

«Nach Küttigen? Zu wenig weit!»

Roman Schenkel

Er sei sehr enttäuscht und verärgert gewesen, erzählt Thomas Steiner, als er in der Neujahrsnacht in Aarau von zwei Taxifahrern stehen gelassen wurde. «Beide Fahrer haben an der Bahnhofstrasse angehalten und gefragt, wohin ich möchte.» Nach Küttigen sei ihnen zu wenig weit gewesen. Solche Kurzfahrten interessierten sie nicht, lautete die abschlägige Antwort, als Steiner sein Fahrziel nannte.

So musste er den Nachhauseweg zu Fuss in Angriff nehmen: «Statt einer fünfminütigen Taxifahrt benötigte ich eine Dreiviertelstunde bis nach Küttigen», sagt Steiner.

Taxichauffeure anzeigen

Samuel Häfliger von der Stadtpolizei Aarau betont, dass solche Vorfälle in Aarau sehr selten vorkommen. Aber: «Kunden, die von einem Taxichauffeur wegen einer zu kurzen Strecke – ab Standplatz – nicht mitgenommen werden, können bei der Stadtpolizei Aarau Anzeige erstatten.» Denn die Auswahl der Fahrgäste nach ihrem Fahrziel widerspricht dem städtischen Taxireglement. Für eine Anzeige muss der Kunde die Nummer des Autos oder das Taxiunternehmen kennen. In seinem Ärger hat Thomas Steiner aber vergessen, dies zu notieren.

Aarau–Küttigen ist nicht kurz

Frank Schwammberger, Besitzer von Piccolo Taxi Aarau, kann sich nicht vorstellen, eine Fahrt von Aarau nach Küttigen abzulehnen: «So kurz ist die Strecke ja gar nicht; ein Chauffeur von Piccolo Taxi hätte die Fahrt nicht abgelehnt», sagt er. Zudem sei das Taxireglement für alle Fahrer verbindlich.

Es komme hingegen oft vor, dass die Fahrt aus anderen Gründen verweigert werde: «Wenn der Gast betrunken oder dreckig ist oder sogar kein Geld dabei hat, bleiben die Taxitüren geschlossen», so Schwammberger.

«Vielleicht waren die beiden Taxis unterwegs zu Kunden und wollten wissen, ob Steiners Fahrtwunsch auf ihrem Weg liegt», mutmasst er. Sie hätten ihn sicher mitgenommen, wenn sie in Richtung Küttigen gefahren wären, nimmt Schwammberger seine Kollegen in Schutz.

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