Soup&Chill
Option Totenhüsli ist begraben

Das Totenhüsli kommt als Lokal für Soup&Chill nicht in Frage. Der Kanton muss sich bei der Standortsuche beeilen, denn bereits im November soll die Eröffnung sein.

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Totenhüsli

Totenhüsli

bz Basellandschaftliche Zeitung

Yen Duong

Seit längerer Zeit steht die ehemalige Friedhofskapelle in der Elisabethenanlage leer. Der Verein für Gassenarbeit Schwarzer Peter möchte das Totenhüsli mit einem Gesamtjahreskonzept (unter anderem mit dem Angebot Soup&Chill) nutzen, für den Kanton kommt dies aber nicht in Frage. Wie Rolf Maegli, Vorsteher der Sozialhilfe Basel-Stadt, der bz erklärt, sei das Totenhüsli als Lokal für den Schwarzen Peter nun definitiv vom Tisch.

Anfang Juni gab die Basler Regierung bekannt, dass die ehemalige Friedhofskapelle für satte 1,03 Millionen Franken saniert, umgebaut und schliesslich in ein Café verwandelt werden soll (die bz berichtete), das Parlament wird voraussichtlich im Herbst darüber entscheiden.

Der Verein gab nicht auf und schrieb einen offenen Brief mit Unterschriften an die Regierung. Unterstützt wurde er dabei von der GGG Basel (Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige). Die Antwort auf diesen Brief, unterschrieben von Regierungspräsident Guy Morin, ist laut Claudia Adrario de Roche, Präsidentin des Vereins, unbefriedigend.

«Die Regierung schrieb in ihrer Antwort, dass der Standort Totenhüsli nicht geeignet sei und sie mit dem Totenhüsli andere Pläne habe», sagt sie. Dies sei unverständlich, denn im Gesamtjahreskonzept des Vereins sei ja auch ein Café vorgesehen. Positiv sei jedoch, dass die Exekutive den Bedarf nach einer Wärmestube anerkenne und helfen wolle, nach einem geeigneten Standort zu suchen.

Nicht nur Winterlösung

Dennoch würden immer noch viele Fragen offen bleiben. So sei unklar, wann die Regierung mit der Standortsuche anfangen wolle. «Die Zeit eilt. Soup&Chill muss im November wieder angeboten werden können, und wir wissen aus jahrelanger Erfahrung, dass es eigentlich keine Alternativen in SBB-Nähe gibt», erklärt sie. Laut Claudia Adrario de Roche ist es nötig, dass die Regierung sich nach einem Lokal umsieht, in dem ein Ganzjahreskonzept möglich ist.

«Wir möchten den Randständigen nicht nur eine Winterlösung anbieten können, sondern das Sommerloch auf eine sinnvolle Art und Weise füllen.» Nur so schaffe man den Weg aus alljährlich neubeginnender Personal- und Raumsuche, sagt sie.

Vor zwei Wochen hat die GGG Basel der Regierung einen weiteren Brief geschrieben. «In unserem zweiten Brief bitten wir die Regierung um einen runden Tisch. Zudem wollen wir erfahren, wer genau Ansprechperson für diese Sache ist, das ist nämlich unklar», sagt Dieter Erb, Geschäftsführer der GGG Basel. Die GGG Basel sehe sich als Vermittlerin.

Erb betont, dass es erfreulich sei, dass die Regierung den Bedarf nach einer Wärmestube anerkenne und helfen wolle, nach einem Standort zu suchen. «Es wäre schön, wenn es das Totenhüsli gewesen wäre, aber erste Priorität hat für uns, dass die Regierung das Projekt anerkennt.»

Gemäss Rolf Maegli hat die Suche nach einem neuen Standort bereits begonnen. «Ziel ist es, dass Soup&Chill diesen Winter am neuen Ort eröffnet werden kann», sagt er. Man schaue sich jedoch nicht nach einem Lokal für ein Gesamtjahreskonzept um, sondern suche vielmehr nur nach einer Winterlösung.