Peter K

Peter K* steht seit drei Jahren auf Fahndungsliste

Seit einer Woche narrt ein Rentner Spezialeinheiten der Polizei. Nun zeigt sich: Der 67-jährige wird seit drei Jahren gesucht.

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Sollte zwangsversteigert werden: Das Haus am Mon-Desir-Weg im Bieler Lindenquartier

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Keystone

Das kollektive Versagen der Polizei im Fall Peter K* kennt keine Grenzen. Seit Beginn der Fahnung behaupten die Behörden den Mann kaum zu kennen. Nun zeigen Recherchen des «Blicks», dass dies nicht der Realität entspricht - im Gegenteil:

K* wollte Busse nicht bezahlen

Seit Anfang September 2007 steht Peter K* auf dem Fahnungs- und Informationssystem RIPOL. Jeder Schweizer Polizist und Grenzwächter hat seither Zugriff auf den Eintrag. Im Fahndungsauftrag steht über den untergetauchten Mann: Verhaften. Damit nicht genug: Die Akte enthält auch eine Warnung an die Polizeikräfte: «Warnung - bewaffnet.»

Grund für die Fahnung ist eine Busse. K* wurde in Biel wegen Hinderung einer Amtshandlung verurteilt. Dafür kassierte der Amok-Rentner eine Strafe von zehn Tagessätzen à 300 Franken. Unbedingt. Dazu eine Busse wegen «unanständigen Benehmens». K* bezahlte die Busse nicht. Dafür landete er auf dem Fahnungssystem. Der Fahnungsauftrag ist noch heute gültig.

Schwester von K* hat Polizei korrektes Foto geliefert

Eine weitere Panne der Polizei ist, dass seit dem Amok-Lauf des Rentners zunächst ein falsches Fahndungsfoto in Umlauf geriet. Nun erklärt Christine Kneubühl - die Schweister des Gesuchten - gegenüber dem «Blick»: «Ich habe die Schweizer Polizei bereits vor Tagen auf die Situation aufmerksam gemacht.»

Das neue Foto stellt denn auch seine Schwester zur Verfügung. Die Berner Behörden indes schiebt die Schuld für das falsche Foto der Schwester zu. «Entgegen ihren ersten Aussagen handelt es sich bei dem Betreffenden aber nicht um Peter Kneubühl, sondern um dessen Vater». (muv)