Peter K.

Polizei soll Todesliste von Peter K. gefunden haben

Bei der Hausdurchsuchung sei eine schwarze Liste gefunden worden. Darauf die Namen von rund zehn Berner Politiker. Derweil nimmt der Druck auf die Polizei zu. Die Reputation der Polizei habe arg gelitten. Das stellt auch der Bieler Stadtpräsident Hans Stöckli gegenüber «a-z.ch» fest.

Drucken
Teilen

Peter K. ist noch immer auf der Flucht. Dies laste wie ein Schatten über der Stadt Biel, sagt Stadtpräsident Hans Stöckli (SP). «Ich kann nicht sagen, dass objektiv keine Gefahr besteht», so Stöckli. Auf jeden Fall sei Respekt vor der Situation angebracht, zumal man nichts über die Ziele von Peter K. wisse und auch nicht, ob er noch lebe.

Peter K.' Todesliste gefunden

Wie das «Journal du Jura» schreibt, hat die Polizei in dem Haus auch eine «schwarze Liste» gefunden. Darauf sollen insgesamt rund zehn Berner Politiker und Mitarbeiter der Bieler Stadtverwaltung stehen. Diese seien sofort unter Polizeischutz gestellt worden. Die Berner Kantonspolizei will dies weder bestätigen noch dementieren. Gegenüber «Radio 1» sagte der Präsident des Berner Polizeiverbandes, Markus Meyer, dass der Einsatz gegen Peter K. «nicht gerade als Referenzobjekt für die Arbeit der Berner Polizei bezeichnet werden» könne. Er fordert eine externe Untersuchung der Ermittlungen.

Wie das «Journal du Jura» berichtet, soll eine schwarze Liste von Peter K. gefunden worden sein (siehe Box rechts). Nach wie vor geht die Polizei aber nicht davon aus, dass für die Bevölkerung eine Gefahr besteht, wie Stefan von Below gegenüber «a-z.ch» sagt. Der Mediensprecher der Kantonspolizei Bern erklärt, dass sich die Aggressionen von Peter K. bisher nur gegen die Polizei gerichtet habe.

Weiter sagt von Below, dass die Polizei mit dem Einsatz bisher nicht zufrieden sein könne. Das Korps stehe unter hohem Druck, das oberste Ziel Peter K. zu fassen sei bisher nicht erreicht worden. Die immer lauter werdende Kritik an der Polizei werde registriert. «Das ist nicht förderlich für die Motivation.» Es würden viele Leute im Einsatz stehen, die ihr Bestes geben.

«Fall wird Konsequenzen haben»

Nun müsse man eben auf die Polizei vertrauen, dass sie Peter K. so schnell wie möglich findet, sagt Hans Stöckli. Bei der Frage nach dem Vertrauen in die Polizei stockt er kurz. «Wir müssen der Polizei einfach Vertrauen schenken», doppelt er nach.

Noch sei nicht die Zeit, den Einsatz zu analysieren. Dies werde aber sicher nachgeholt. «Es ist aber schon ein Faktum, dass die Reputation der Polizei leidet.» Im Moment habe auch die Stadt Biel nicht die Zeit, sich mit Image-Fragen zu beschäftigen. Stöckli spricht aber davon, dass der Fall sicher Konsequenzen haben werde.

Mit Kritik an der Polizeiarbeit hält sich Stöckli aber noch zurück. Der Fall Peter K. sei völlig neu in der Schweiz und ihm sei keine Einsatzdoktin bekannt. Es hersche grosse Ratlosigkeit über Peter K. Der Stadtpräsident betont aber, dass die Komptenzen bei der Polizei liegen und die Stadt nicht über die Handlungen bestimmen könne.

Dennoch soll das Leben weitergehen. Heute Abend wird das Bieler Filmfestival wie geplant eröffnet. Daran wolle man festhalten, sagt Stöckli. Schliesslich tage auch das Stadtparlament weiter, auch wenn die Staatsgewalt im Fokus von Peter K. stehe.

Aussergewöhnliche Situation in Biel

Die Bielerinnen und Bieler würden derzeit in einer aussergewöhnlichen Situation leben. Der Stadtpräsident zeigt sich beeindruckt und stolz, mit welcher Stärke die Bewohner mit der Situation umgehen. Ganz besonders spricht er hier vom Lindenquartier, indem die Bevölkerung seit nunmehr einer Woche zusammen mit den Sicherheitskräften lebt. «Da hat man mir von herzlichen Begegnungen berichtet. Die Bewohner haben den Polizisten Kaffee und Kuchen angeboten», so Stöckli. (dno)