Roggenburger Höfe mit sauberem Wasser

Roggenburg investiert 450 000 Franken, um im Zug seiner Felderregulierung fünf Bauernhöfe an die Trinkwasserversorgung anzuschliessen.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Jürg Jeanloz

Obschon die Schweiz das Wasserschloss Europas genannt wird, gibt es immer noch Landwirtschaftsbetriebe, die nicht an ein festes Wassernetz angeschlossen sind. Besonders im dünn besiedelten Jura beziehen noch viele Betriebe Wasser aus eigenen Quellen und haben deshalb bei Wassermangel oder bei ungenügender Wasserqualität besonders zu leiden.

1991 hatte Roggenburg eine Felderregulierung beziehungsweise eine Melioration beschlossen, wonach die landwirtschaftlich genutzten Parzellen zusammengelegt, die geschützten Gebiete ausgeschieden und die Wege und Flächen neu vermessen wurden. Bauernbetrieben mit eigenen Wasserquellen wurde angeboten, sich ans öffentliche Wassernetz anzuschliessen. An die Kosten hatte der Kanton 49, der Bund 36 und die Gemeinde 12 Prozent zugesichert, sodass sich die Bauern nur mit 3 Prozent beteiligen mussten. «Das ist ein Top-Angebot, das den ansässigen Landwirten nie mehr so günstig unterbreitet wird», meint Remo Breu, Fachstellenleiter Melioration des Kantons Baselland. Er hatte das ganze Projekt begleitet und auch die Koordination mit dem Kanton Jura geführt.

«Wir haben grosse Pionierarbeit geleistet und Wassergeschichte geschrieben», erklärte Landwirt Daniel Linder, Präsident der Genossenschaft der beteiligten Landeigentümer, anlässlich der Leitungsabnahmen. Zwei Höfe seien schon ans Wassernetz angeschlossen, weitere drei Höfe würden seit einigen Monaten auch Frischwasser erhalten. Dank Investitionskosten von 450 000 Franken seien die Betriebe wesentlich aufgewertet worden, und bei Feuersbrünsten stünden ihnen die ersten Wassereinsätze sofort zur Verfügung.

Der Betrieb «Neuhus» wurde an die private Wasserversorgung «Schützenhof» angeschlossen. Mit einem 300-Liter-Tank und einer Filteranlage ist der Bauer nicht mehr von der Qualität und Menge seiner eigenen Quelle abhängig. Zur Sägemühle wurde von Roggenburg eine alte, ungenügende Leitung ersetzt und die Hofsiedlung «Sägimühli» mit zusätzlichem Frischwasser versorgt.

Die teuerste Leitung wurde vom Motocross-Gelände in die Höfe Vordere und Hintere Wältschimatt verlegt. Auf einer Länge von fast zwei Kilometern und einer Höhendifferenz von 200 Metern wurde eine Druckleitung mit einem Querschnitt von 75 Millimeter verlegt. Zwei starke Pumpen fördern das Wasser des Wasserverbunds Ederswiler/Roggenburg mit 25 Bar zu den beiden Bauernbetrieben. Da die Hintere Wältschimatt auf Ederswiler Boden liegt, hat sich der Kanton Jura ebenfalls an den Kosten beteiligen müssen. Koordiniert und geleitet wurden die Arbeiten vom Ingenieurbüro Peter Jäckle in Laufen.

«Ich muss den vielen Beteiligten ein Kränzchen winden, denn bei allen Konflikten konnte immer wieder eine gute Lösung gefunden werden», sagte Remo Breu. Er sei stolz auf die Roggenburger, die mit Einsatz und gutem Willen ein Jahrhundertwerk vollbracht hätten.