Schluckt der «Bäderdrachen» zu viel?

Als «Interessengemeinschaft schöner Baden» kritisiert eine Gruppe von sechs Personen das Projekt der Verenahof AG. Ihr Urteil: «Zu gross und ohne Bezug zum Bäderquartier.»

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Schluckt der «Bäderdrachen» zu viel?

Schluckt der «Bäderdrachen» zu viel?

Roman Huber

Die Vernehmlassung zum revidierten Entwicklungsrichtplan (ERP) des Bädergebiets (Baden und Ennetbaden) ist abgelaufen. Man habe erst einen summarischen Überblick, so Stadtammann Stephan Attiger. Doch das Urteil sei grösstenteils positiv, vorbehaltlos oder mit kritischen Fragen.

Aktiv und interessiert

Eine Gruppe junger, an der Entwicklung Badens interessierter Leute, darunter auch Architekten, hat ihre Meinung zum Botta-Projekt mit Thermalbad als «Interessengemeinschaft schöner Baden» ins Internet gestellt und sich nun auch offiziell vernehmen lassen. «Was schluckt der Bäderdrachen?», fragt sich die IG und gibt die Antwort: zu viel.

«Wir sind keine Verhinderer, auch wir wollen, dass in den Bädern etwas geht«, so Christoph Lüber, Initiant der IG. Man habe durchaus Verständnis für den Investor, fügt Lüber an. Ein innovatives Projekt sei zwar gefragt, doch das Botta-Projekt schiesse über das Ziel hinaus und sei «zu gross, zu plump und ohne Bezug zur Bädergeschichte». Das Bäderquartier werde damit zugebaut, statt aufgewertet. Ein Bad mit 500000 Gästen pro Jahr sei punkto Verkehr nicht zu bewältigen. Das Verkehrskonzept, das aber fehle, würde es aufzeigen. Ausserdem bezweifelt Lüber, ob die Verenahof-Quellen für die geplante Badgrösse ergiebig genug seien.

Kritik an der Stadt Baden

Nicht nur der Bäderteil wird von Lüber als «zu gross» betrachtet. Auch der Wohnblock und die massive Erweiterung des Parkhauses Mättelipark seien auf Wirtschaftlichkeit abgestützt und nicht auf Städtebau oder auf der Betrachtung des Raumes am Limmatknie. Die IG ist der Meinung, dass sich dieses Projekt an «betriebswirtschaftlich motivierten Konzepten anderer Massenbäder» orientiere.

Michael Bouvard, ebenfalls Badener und Mitglied der IG, kritisiert auch das Vorgehen der Stadt. Diese hätte stärker Einfluss nehmen müssen und nicht nur die Rolle als Partner des Investors spielen dürfen. Nun habe man den Entwicklungsrichtplan einfach an das vorliegende Projekt angepasst, statt umgekehrt.

Raumprogramm erstellt

Diesen Vorwurf lässt Attiger nicht gelten. Er weist darauf hin, dass das Raumprogramm zusammen mit der Stadt schon für den Studienauftrag an Max Dudler ausgearbeitet worden sei und der Einwohnerrat dafür einen Kredit genehmigt habe. «Das war noch, bevor Benno Zehnder bei der Verenahof AG eingestiegen ist», präzisiert der Stadtammann. Die Vorgaben (und Grundlagen für das Botta-Projekt) waren laut Attiger darum enger als diejenigen des ERP, den man wegen Veränderungen in Ennetbaden habe anpassen müssen.

Kritische Punkte wie die Wohnblock-Grösse würden aufgenommen, so Attiger. Das Verkehrskonzept werde man ohnehin gekoppelt mit Baden Nord erstellen.