Birmensdorf

Wer hat meine Schafe gestohlen?

Alle Aufmerksamkeit nützte dem Birmensdorfer Bauern Hans-Ulrich Hedinger nichts, stets verschwanden aufs Neue Schafe. Nun hofft er auf Hinweise aus der Bevölkerung.

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Jürg Krebs

Irgendetwas stimmte nicht, das spürte Hans-Ulrich Hedinger sofort. Seine Schafe auf der Weide verhielten sich gestern Morgen seltsam. Die Vorahnung des Birmensdorfer Bauern bestätigte sich nach der Zählung der Herde – wieder fehlte ein Tier. Es ist bereits das neunte seit dem vergangenen Mai. Wohin soll dies noch führen? Eine solche Serie ist sehr ungewöhnlich.

Diebe kamen immer wieder

Dass seine Tiere gestohlen wurden, gilt für Hedinger als sicher. Schafe sind Herdentiere, die laufen nicht einzeln davon. Von einem Raubtier angefallen wurden sie auch nicht, denn entsprechende Spuren waren nie zu sehen.

Die Topografie macht es den Dieben einfach. Zwar liegt Hedingers Hof im Weiler Altenberg südlich von Birmensdorf, an der Strasse nach Lieli gelegen. Seine 10Hektaren Land, und damit die Schafweiden, sind aber verstreut, manchmal durch Geländekuppeln oder Bäume versteckt und deshalb schwer zu überwachen. Die nahe Autobahn bietet Dieben einen schnellen Fluchtweg. Vielleicht ein Grund, warum nur bei Bauer Hedinger Tiere verschwinden.

Alle fünf bis sechs Wochen

Auf der entferntesten Koppel verschwanden im Mai denn auch die ersten zwei Schafe. Wie gestern hat der 60-Jährige damals sofort gemerkt, dass etwas faul ist, obwohl seine Herde rund 70 so genannte Alpenschafe zählte.

Alle fünf bis sechs Wochen verschwanden danach weitere Schafe, das letzte Tier von einer Weide nahe dem Weiler – alle spurlos.

Geschlachtet – verspeist?

Von wem die Schafe entwendet werden, das ist für Bauer Hedinger Spekulation und darauf will er sich nicht einlassen. Nur so viel: Natürlich sei es möglich, dass die Tiere noch lebten, irgendwo untergebracht. Wahrscheinlicher aber sei, dass sie zwecks Verzehr geschlachtet wurden.

Der Schaden ist für Hans-Ulrich Hedinger nicht einfach zu beziffern. Ein Schaf bringt ihm etwa 300Franken ein. Doch jedes der Schafe wirft zweimal pro Jahr, meist Zwillinge. Und so vermutet er, dass ihm durch den Diebstahl auch bis zu 18Lämmer verlustig gehen.

Kaum Einzeltäter

Alle Aufmerksamkeit in den letzten Monaten brachte Hedinger nichts. Nun hoffen er und die Kantonspolizei Zürich auf Hinweise aus der Bevölkerung. Hedinger ist sich sicher, dass es mindestens zwei Diebe sein müssen, die jeweils in Aktion treten. Es sei nämlich nicht einfach, ein Schaf alleine einzufangen. Zudem wiege so ein Tier zwischen 50 und 60Kilogramm. Entsprechend gross muss das Fahrzeug sein, das für den Diebstahl verwendet wird.