Wo man besser nicht wohnen sollte

Die begehrteste Gemeinde der Schweiz ist Feusiberg im Kanton Schwyz, wie eine Immobilienuntersuchung zeigt. Die Studie bringt Überraschendes zutage.

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Keystone

Eine umfassende Rangliste zeigt erstmals, wo die Lebensqaulität im Land am höchsten ist und wo man besser nicht hinziehen sollte. Kriterien für die Standortqualität der 842 Gemeinden der Schweiz waren die Arbeitslosenzahlen, das Bevölkerungswachstum, der Steuerertrag pro Einwohner, die Steuerbelastung im allgemeinen sowie die Sozialstruktur.

Busse statt Asylanten

Baden ist die attraktivste Gemeinde des Aargaus. Auf dem zweitbesten Platz rangiert die Gemeinde Oberwil-Lieli. Laut «Weltwoche», welche die Studie publiziert hat, spielen dort auch Ausländerfrage eine Rolle. Der dortige Gemeindeammann Andreas Glarner (SVP) hätte im letzten Jahr sechs Asylanten aufnehmen müssen. Glarner zahlte lieber eine Busse von 16 000 Franken: «Das hat Signalwirkung nach aussen.»

Fällanden ist im Kanton Zürich die bestrangierte Gemeinde. Im Overall-Ranking ist es Feusisberg (SZ), das Dorf am oberen Zürichsee. Die Nähe zu Zürich, die hohe Wohnqualität und radikal niedrige Steuersätze sind Gründe für die Attraktivität dieser Gemeinde. Gut weg kommen auch noch folgende Aargauer Gemeinden: Seengen, Lupfig oder Würenlingen. Aarau firmiert erst auf Platz 160.

Im Kanton Solothurn kommt man schlecht weg

Für Solothurn sieht es schlecht aus: Die erste rangierte Gemeinde - Dornach - kommt erst auf Platz 270. Überhaupt legt die Interpretation dieser Rangliste nahe, wo man besser nicht hinziehen sollte. In den Kanton Solothurn zum Beispiel. Als die schlechtesten Gemeinden werden Brof (FR), Tramelan (BE), Eggiwil (BE), Fleurier (NE) und Couvet (NE) genannt. Sie hätten zu hohe Steuern, übermässig viele Arbeitslose und eine zu undynamische Bevölkerungsstruktur.

Städte sind das Auffangbecken der Sozialfälle

Es sind überproportional viele Städte, die schlecht wegkommen. Ernst Wohlwend, Stadtpräsident von Winterhtur (Rang 152), erklärt sich das so: «Die Städte sind zu einem Auffangbecken für Sozialfälle geworden. Werde eine Ehe geschieden, wie mittlerweile beinahe jede zweite, bleibe Frau mit Haus und Kind auf dem Land, der Mann ziehe in eien Sozialwohnung in der Stadt. Drogenabhängige würden die Anonymität der Stadt schützen und natürlich die besser ausgebauten Sozialeinrichtungen. In Winterthur verursachen die Sozialausgaben rund die Häflte der Ausgaben der Stadt nebst den Kosten für die Schulen.» (cls)

Hier gehts zur Statistik: http://www.weltwoche.ch/no_cache/content/gemeinderating-2010.html